Vergangene Woche hat die Bürgerinitiative «Läbigi Klus» beim Kanton Einsprache gegen die neue Auflage der Umfahrung Klus erhoben. Nun zieht der VCS nach.

In seiner Einsprache verweist der VCS Solothurn auf diverse gravierende Mängel des Auflageprojekts. «Die vom Kanton prognostizierte zukünftige Verkehrszunahme von 1,5 Prozent pro Jahr ist grundlegend falsch», sagt VCS-Präsident Fabian Müller.

«Die kantonalen Verkehrserhebungen zeigen, dass der Verkehr in der Klus seit zehn Jahren rückläufig ist.» Es brauche somit keine 65 Millionen Franken teure Umfahrungsstrasse. Auch die stagnierenden Einwohnerzahlen im Thal lassen kein Verkehrswachstum erwarten. «Die Gemeinden und der Kanton können es sich nicht leisten, die gesamte Verkehrsinfrastruktur auf wenige Stunden mit Spitzenzeiten auszurichten.»

Niemand würde zu Hause vier Kühlschränke installieren, nur weil man einmal jährlich eine grössere Anzahl Gäste einlade, zieht Müller den Vergleich zur Veranschaulichung. Der VCS fordere hingegen effizientere und schneller umsetzbare Massnahmen für eine nachhaltige Mobilität, um die Überlastung in Spitzenzeiten abzufedern.

Mehrverkehr

Eine mögliche Verkehrszunahme könnte aber durch das Umfahrungsprojekt selber verursacht werden. Denn damit werde das Nadelöhr Klus geöffnet und die beschleunigte Durchfahrt sei insbesondere für den Transitverkehr verlockend. Zudem würde der öffentliche Verkehr noch stärker konkurrenziert und Pendlerinnen und Pendler könnten wieder vermehrt aufs Auto umsteigen. Ein allfälliger Entlastungseffekt der Umfahrung würde damit umgehend vom Mehrverkehr konsumiert werden.

Die VCS Sektion Solothurn fordert den Kanton auf, das Projekt zu stoppen und dafür die im Mobilitätskonzept Thal formulierten Massnahmen zur Förderung des öffentlichen Verkehrs im Thal auszuführen. (mgt)