Trockenheit
Wasser wird (noch) nicht knapp – eingeschränktes Verbot erleichtert Verkäufer von Feuerwerk

Zurzeit herrschen hohe Temperaturen, und noch immer ist kein Regen in Sicht. Der Kanton Solothurn reagiert jetzt mit einem Feuerverbot im Wald und Einschränkungen auf den 1. August hin. Das Wasser in der Region wird derzeit aber nicht knapp – noch nicht.

Noëlle Karpf
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Auch die Felder von Gemüsebauer Müller in Niederbuchsiten müssen bewässert werden. Das Wasser wird noch direkt aus der Dünnern abgepumpt.

Auch die Felder von Gemüsebauer Müller in Niederbuchsiten müssen bewässert werden. Das Wasser wird noch direkt aus der Dünnern abgepumpt.

Bruno Kissling

Der Kanton erhöht die Gefahrenstufe von «erheblich» auf «gross». Aufgrund der andauernden Hitze ist die Waldbrandgefahr im Kanton weiter angestiegen, wie der Website des Kantons seit Donnerstag zu entnehmen ist.

Waldbrandgefahr Waldbrandgefahr Kanton Solothurn 26. Juli 2018

Waldbrandgefahr Waldbrandgefahr Kanton Solothurn 26. Juli 2018

zvg

Kritisch wird es nun auch für Bauern, welche ihre Felder mit Wasser aus der Dünnern, der Bibern oder dem Limpach bewässern. «Zurzeit ist die Wasserentnahme noch nicht eingeschränkt», sagt Gabriel Zenklusen vom Amt für Umwelt zwar. Aufgrund der Regenfälle im Juni herrsche im Kanton Solothurn noch nicht die Trockenheit wie beispielsweise im Kanton Thurgau.

Wenn bis in drei Wochen aber kein Regen fällt, müsse die Wasserentnahme aus der Dünnern und den Bächen aber eingeschränkt werden. «In diesem Fall müssten wir genau regeln, welcher Landwirt zu welcher Zeit Wasser aus den Bächen entnehmen darf.»

Wenn die Trockenheit weiter anhält, müsste der Kanton gar ein Entnahmeverbot erlassen. Dann bleiben den Bauern laut Zenklusen zwei Alternativen: Die Wasserversorgung über das Trinkwassernetz oder per Druckfass aus der Aare oder der Emme. Vom Wassermangel wären besonders Gemüsebauern betroffen, welche mit Ernteeinbussen rechnen müssten.

Keine Trinkwasser-Knappheit

Ein Mangel an Trink- und Brauchwasser, welches aus dem Grundwasser stammt, ist derzeit nicht in Sicht. «Das Grundwasser wird einerseits aus den grossen Wasserleitern und anderseits aus den Quellen gefasst», so Philipp Staufer vom Amt für Umwelt. Wasserversorgungen, deren Pumpwerke das Wasser aus den Wasserleitern entlang von Aare, Emme und Dünnern entnehmen, besitzen ihm zufolge Volumen, bei welchen einzelne Trockenjahre die Trinkwasserversorgung nicht gefährden.

Quellen reagieren laut Staufer hingegen meist schnell auf das Wetter, sowohl auf Regen als auch auf Trockenheit. Dies betreffe vornehmlich die Juragemeinden. Die Gemeinden helfen sich aber gegenseitig aus, damit Engpässe überwunden werden. «Dabei kommen stationäre oder in wenigen Fällen temporäre Verbindungen zum Zuge», so Staufer.

Kein absolutes Feuerwerkverbot

Der Kanton muss punkto Wasser also noch nicht reagieren – anders sieht es beim Thema Feuer aus. Seit Donnerstag gilt im ganzen Kanton ein absolutes Feuerverbot im Wald, am Waldrand sowie an Fluss- und Seeufern. Ein Feuerwerkverbot auf den 1. August hin gibt es zwar nicht. Es gelten aber einige Einschränkungen. So darf Feuerwerk nur im Abstand von 200 zum Wald oder zu trockenen Feldern gezündet werden, ist der Mitteilung der Kantonspolizei zu entnehmen, die sich diesbezüglich mit der Solothurnischen Gebäudeversicherung, dem Amt für Wald, Jagd und Fischerei sowie dem kantonalen Führungsstab abgesprochen hat.

Weiter sind Höhenfeuer und das Anzünden von Himmelslaternen gänzlich verboten. Dies aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit, den konstant hohen Temperaturen und den Windverhältnissen. Zudem werde für die nächsten Tage kein «kein ausgiebiger und flächendeckender Regen» erwartet.

Dieses Jahr verboten im Kanton Solothurn: 1.-August-Feuer.

Dieses Jahr verboten im Kanton Solothurn: 1.-August-Feuer.

Keine Panik

Fallen die grossen Feuerwerkverkäufe in der Region aufgrund der Trockenheit deshalb ins Wasser? Keineswegs, heisst es etwa in Utzenstorf. Dort hat bis und mit 1. August der Feuerwerk-Discount der Firma Luder geöffnet. Er rechne mit einem ganz normalen Feuerwerkverkauf, sagt Geschäftsführer Paul Luder auf Anfrage. Schliesslich gebe es ja kein Feuerwerkverbot, nur einige Einschränkungen – das habe man schon in vorherigen Jahren erlebt. «Wir werden genau gleich gut verkaufen», ist er überzeugt. Luder fügt an, dass es im Kanton Bern – wo das Geschäft seinen Standort hat – ja auch etwas mehr geregnet habe als im Solothurnischen.

Erleichtert über den Entscheid des Kantons, kein Feuerwerkverbot zu erlassen, zeigt sich der Chef der Keller- Fahnen AG, Andrea Andreotti, gegenüber dem Regionalsender TeleM1. In Biberist betreibt er den grössten Feuerwerkverkauf der Schweiz. Dieser macht fünf Prozent des Jahresumsatzes der Keller-Fahnen AG aus.

Spüren wird man die aktuelle Trockenheit entsprechend bei den Einnahmen: So sei der Umsatz vor drei Jahren – als im Kanton dieselben Auflagen wie heuer herrschten – um rund 20 Prozent gesunken, erzählt Andreotti. Deshalb wird die Keller-Fahnen AG 2018 sicher nicht die Spitzenzahlen von vergangenem Jahr erreichen, als es keinerlei Einschränkungen gab. Aktuell seien die Leute aufgrund der aktuellen Waldbrandgefahr nämlich noch etwas zurückhaltend mit dem Kauf von Raketen und Vulkanen.

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