Drei Anläufe
Was seit 2007 im Kapuzinerkloster gilt und neu gelten soll

Ein bewilligtes, ein zurückgezogenes und ein neues Baugesuch beschäftigen derzeit die in das Kapuzinerkloster involvierten Kreise. Ein Überblick.

Wolfgang Wagmann
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Die «Authentica» zog jeweils sehr viel Publikum an.

Die «Authentica» zog jeweils sehr viel Publikum an.

Oliver Menge

Die aktuell gültige Regelung für eine Zwischennutzung des Klosters basiert auf dem von der Stadt bewilligten Baugesuch des Kantons, datiert im September 2007. Es basiert auf einer Vereinbarung mit einer damaligen Einsprecherpartei. Die Vereinbarung enthält etliche Nutzungsbeschränkungen. So soll sich die Aussennutzung auf die Südwestseite des Gartens beschränken, dort dürfen keine festen baulichen Einrichtungen erstellt werden. Es werden maximal 25 Aussenanlässe mit Bewilligung bis spätestens 22 Uhr erlaubt, nicht beschränkt werden die Innenanlässe. Das Kloster darf nur für Privatanlässe genutzt werden.

Ausgeschlossen ist namentlich die Vermietung an professionelle Eventveranstalter, ebenso eine Untervermietung der Lokalitäten. Jegliche gewerbsmässige und/oder gewinnorientierte Nutzung ist unzulässig. Daneben werden Personenzahlen für einzelne Räume genannt sowie darauf hingewiesen, dass keine Parkplätze auf dem Areal oder im Wohnquartier verfügbar sind.

Urs Buchers Gesuch

Im Herbst 2017 reichte der Verein Kapuzinerkloster Solothurn, vertreten durch Urs Bucher, bei der Stadt Solothurn ein neuerliches Baugesuch ein. Das neue Nutzungsprojekt sah die Lebensmittelproduktion im Klostergarten, den Betrieb eines Klosterladens und Catering durch einen Food-Truck vor. Partys dagegen seien keine geplant, explizit wurden maximal 25 Aussenanlässe jährlich bis spätestens 22 Uhr sowie 30 Anlässe jährlich innen unter der Woche bis spätestens 23 Uhr und gleich viele Innen-Anlässe an Freitagen und Samstagen bis spätestens 24 Uhr genannt.

Die «moderate» Erweiterung

Noch im alten Jahr wurde dieses Gesuch nach Einsprachen zurückgezogen und durch das jetzt bei der Stadt aufliegende ersetzt. Darin macht der Kanton als Gesuchsteller geltend, dass die Aktivitäten im Kloster «auf grosse Beliebtheit» gestossen seien und das Interesse bei der Bevölkerung und den Quartierbewohnern «riesig gross» sei. Deshalb sollten nun die heutigen Nutzungsmöglichkeiten «moderat erweitert werden».

Entgegen der heute noch gültigen Baubewilligung (also jener von 2007) sollen die Klosteranlagen neu nicht nur privat, sondern gewerbemässig gastronomisch und kulturell genutzt respektive betrieben werden können. Neu will man damit auch generell Anlässe von Montag bis Donnerstag von 8 bis 22 Uhr, am Freitag und Samstag jeweils von 8 bis 0.30 Uhr und am Sonntag von 8 bis 22 Uhr ermöglichen. Ansonsten werden alle Beschränkungen der bisherigen Baubewilligung von 2007 beibehalten.

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Der Kommentar von Theodor Eckert

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