Kantonsergebnisse

Was sagen die Solothurner Befürworter und Gegner zum Resultat des Jagdgesetzes?

Die Schäden, die der Biber anrichtet beziehungsweise die Abgeltung derselben, beschäftigen den Kanton Solothurn vorderhand mehr als das Vorkommen von einzelnen Jura-Wölfen.

Die Schäden, die der Biber anrichtet beziehungsweise die Abgeltung derselben, beschäftigen den Kanton Solothurn vorderhand mehr als das Vorkommen von einzelnen Jura-Wölfen.

Die Solothurner Stimmberechtigten schiessen das Jagdgesetz ab – und lassen die Kampfflugzeug-Vorlage am Himmel.

Wenn sich Wolf und Biber am Sonntag Abend am Aarebord hätten gute Nacht sagen können, hätten sie es mit Erleichterung getan: Der Alpen-Wolf und der Mittelland-Biber verscheuchten das neue Jagdgesetz mit vereinten Kräften.

Jedenfalls reichten die Ja-Mehrheiten in den Gebirgskantonen nicht, um die Nein-Stimmen in den Agglomerationen aufzuheben. Auch im Kanton Solothurn nicht, wo das Referendum mit exakt 56 Prozent der Stimmen erfolgreich war. 77 von 109 Gemeinden lehnten die Vorlage ab. Und dies bei einer Stimmbeteiligung, die mit 57 Prozent so hoch war wie lange nicht.

Enttäuschte Befürworter, glückliche Gegner

Gross war denn auch die Enttäuschung bei den Befürwortern des neuen Erlasses. Kurt Altermatt, Präsident des Vereins Revierjagd Solothurn, stellte nüchtern fest: «Wir mussten befürchten, dass es so herauskommt.» Er spricht dabei die letzten Umfragen sowie den Umfang der gegnerischen Kampagne an. Um gleichzeitig zu betonen: «Wir Jäger können mit dem geltenden Gesetz sehr gut leben. In der Pflicht stehen nun die Gegner, die Hand bieten müssen für Lösungen in den Berggebieten», so Altermatt.

Und aus Solothurner Sicht? «Es ist schade, dass das Problem mit der Abgeltung der Schäden, die der Biber anrichtet, nicht gelöst werden konnte.» Ins gleiche Horn stiess Edgar Kupper, politischer Sekretär des Solothurner Bauernverbands. Er hat darüber hinaus aber vor allem die Berglandwirtschaft im Auge und den ungelösten Konflikt um ein besseres Nebeneinander von Nutz- und Wildtieren. «Wenn die Wolfspopulation wächst wie in den Gebirgskantonen und die Bestände nicht nachhaltig reguliert werden können, bekommen wir ein Problem», sagte Kupper. Dies umso mehr, als auch die Gegner für den Schutz von Vieh und Herden stünden. In diesem Spannungsfeld seien sie nun gefordert.

Umgekehrt die Stimmungslage bei den Jagdgesetz-Gegnern: Nicole Hirt, Präsidentin von Pro Natura Solothurn, betonte, es sei keine Frage der Mittel im Abstimmungskampf gewesen. «Und es ging auch nicht nur um den Wolf.» Vielmehr habe die Mehrheit ein Votum für Biodiversität und Artenschutz abgegeben, in den in den vergangenen Jahren viel investiert worden sei.

Was nicht bedeute, dass die Probleme in den Berggebieten nicht ernstgenommen werden müssten. «Es müssen nun alle an einem Tisch sitzen», sagte Hirt. Das sah auch der Biberister David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz, so: «Das Resultat zeigt, dass es einen Ausgleich zwischen Regulierung und Prävention in Bezug auf den Wolf braucht.» Und dass die Kompetenzen beim Bund bleiben sollen.» Dafür böten die Abstimmungssieger Hand.

Kampfjets finden im Kanton eine Mehrheit

Im Einklang mit der Mehrheit im Land stimmten die Solothurnerinnen und Solothurner beim Nein zur Begrenzungsinitiative (58 Prozent), beim Nein zu den Kinderbetreuungskosten (70 Prozent) sowie beim Ja zum Vaterschaftsurlaub (52 Prozent). Vor allem aber: Beim zweiten Fotofinish, der Abstimmung über die Kampfflugzeuge, sagten die Solothurnerinnen und Solothurner mit 54 Prozent deutlicher Ja als der Rest der Schweiz.

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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