Mit 18 Jahren ist man zwar volljährig, der Weg in die Selbständigkeit ist aber bei jungen Erwachsenen meist nicht mit dem 18. Geburtstag abgeschlossen. Das gilt auch für Jugendliche, die bei Pflegeeltern oder in einem Heim aufwachsen und kann ganz besonderes für sie zu Problemen führen. Denn für sie ist es nicht selbstverständlich, dass sie zum Beispiel während einer Ausbildung über die Volljährigkeit hinaus bei ihrer Pflegefamilie oder im Heim bleiben können.

In der Beantwortung einer Interpellation von Felix Lang (Grüne, Lostorf) anerkannte der Regierungsrat zwar, dass deshalb der Übergang in die Selbständigkeit für sogenannte Care Leaver besonderes sorgfältig gestaltet werden müsse. Handlungsbedarf seitens des Kantons machte die Regierung hingegen nicht aus. Sie verwies etwa auf einen Leitfaden der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, der Mandatsträgern und Sozialarbeitenden als Kompass im Begleitungsprozess von Pflegekindern und deren Pflegeeltern diene.

Das und der Verweis, unterhaltsberechtigte Kinder könnten ihren Unterstützungsanspruch bei den leiblichen Eltern einklagen, sorgte nicht nur bei der Ratslinken für Unmut. Der Regierungsrat stehle sich aus der Verantwortung, kritisierte Susan von Sury (Feldbrunnen) namens der Fraktion von CVP, EVP, GLP und BDP. Handlungsbedarf sei mehr als gegeben, meinte auch Interpellant Lang. Es mittlerweile volljährigen Pflegekindern einfach selber zu überlassen, Ansprüche geltend zu machen, könne kein Lösungsansatz sein. Auch Franziska Roth (SP, Solothurn) forderte eine gesetzliche Regelung für Pflegekinderverhältnisse bis zum 25. Altersjahr. (mou)