Quasi per sofort verlassen zwei Direktoren die Solothurner Spitäler (SoH) - und dies nur wenige Monate nach ihrer Anstellung. Sowohl die Direktorin der Psychiatrischen Dienste, Sibylle Schürch, als auch der Direktor des Bürgerspitals Solothurn, Lars Neeb, verlassen das Unternehmen. Die Abgänge erfolgen bereits per Ende April - und erstaunen: Schürch wurde erst auf den 1. Januar 2014 eingestellt, Neeb gar erst auf Anfang Februar.

Auf Anfrage bekräftigt Martin Häusermann, CEO der Solothurner Spitäler, dass es zwischen den beiden Abgängen keinen Zusammenhang gebe. Sie erfolgten per Zufall gleichzeitig.

Unklar sind die genauen Gründe. Die Solothurner Spitäler schreiben dazu, was alle Unternehmen in dieser Situation schreiben: «Unterschiedliche Vorstellungen in der Unternehmensführung», werden als Grund angeführt.

Die Abgänge erfolgten im Einvernehmen mit den beiden Betroffenen, beide würden sich beruflich neu orientieren. Auf Anfrage präzisiert CEO Martin Häusermann, dass die Auflösung der Arbeitsverhältnisse nicht völlig abrupt erfolgt seien.

«Vorgängig haben Gespräche stattgefunden. Es hat sich abgezeichnet.» Zu den Gründen präzisiert Häusermann lediglich, dass es keine Verfehlungen gegeben habe, sondern dass die Ursachen tatsächlich in unterschiedlichen Vorstellungen des operativen Geschäftes liegen würden. Die Diskrepanz habe auch darin gelegen, dass beide Direktoren neu gewesen seien.

Man habe sich in einer gegenseitigen Findungsphase befunden, in der die unterschiedlichen Vorstellungen deutlich geworden seien. Abgangsentschädigungen, so Häusermann, gebe es keine. Die Löhne der beiden Freigestellten werden bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist weiterbezahlt.

Lehren ziehen für Rekrutierungen

Nicht nur die beiden Direktoren waren erst seit kurzem bei den Solothurner Spitälern. Auch CEO Häusermann trat sein Amt erst im November an, als die beiden Direktoren schon rekrutiert waren.

Ist der neue Spital-CEO mit ein Grund, dass die beiden gehen? Häusermann betont, dass er selbst «bereits vor Amtsantritt im Rahmen des Möglichen in die Rekrutierung der beiden involviert» gewesen sei.

«Im Rekrutierungsprozess haben wir sicher Fehler gemacht. Daraus werden wir unsere Lehren ziehen.» Die Rekrutierung soll nun sehr sorgfältig angegangen werden. Angst, dass die beiden abrupten Abgänge bei potentiellen Bewerbern ein schlechtes Licht auf die SoH als Arbeitgeberin werfen, hat Häusermann nicht.

Das konsequente Handeln, «wenn es nicht geht», sei auch ein klares Zeichen gegen aussen. Beide Abgänge, so hält Häusermann fest, hätten auf die Patienten der Solothurner Spitäler keine Auswirkungen.

An beiden Orten seien die Verhältnisse auf Klinikleitungsebene stabil. Interimistisch werden die Psychiatrischen Dienste von Martin Hatzinger, dem stellvertretenden Direktor und Chefarzt der Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, geleitet. Die Leitung des Bürgerspitals Solothurn übernimmt interimistisch CEO Häusermann selbst.

Sibylle Schürch und Lars Neeb sind nicht mehr in ihren Büros. Über die Abgänge wurde zwischen ihnen und den Solothurner Spitälern abgesehen von der Medienmitteilung Stillschweigen vereinbart.