Niederbipp

Was ist dran an den Gerüchten zum Verkauf des einstigen «Tela»-Werks?

Das Rollenlager im Werk Niederbipp. (Archiv)

Gemäss hartnäckigen Gerüchten will der US-Hygienepapier-Multi Kimberley-Clark das einstige «Tela»-Werk verkaufen.

Die Gerüchte rund um die Zukunft der einstigen «Tela» in Niederbipp sorgen für Verunsicherung: Der Schweizer Standort des US-Hygienepapier-Multis Kimberley-Clark (KCC), mit seinen rund 300 Beschäftigten, stehe unmittelbar vor dem Verkauf. In der Region Niederbipp-Oensingen wird hartnäckig herumgeboten, dass zwei Interessenten in den Startlöchern stehen würden.

«Mir liegen keine dementsprechenden offiziellen Informationen vor», sagt Pascal Diemand, seit Mai 2018 Country Manager von Kimberley-Clark Schweiz und Österreich, auf Anfrage. Er kenne die in verschiedenen Medien herumgebotenen Spekulationen, dass der US-Mutterkonzern die gesamte Hygienepapier-Sparte in Europa – und damit auch Niederbipp – abstossen wolle. Diemand dazu: «Spekulationen kommentieren wir nicht.»

Dass die börsenkotierte KCC (mit Hauptsitz Dallas) in einer Umbruchphase steckt, ist kein Geheimnis. Vor einem Jahr hatte der weltgrösste Hygienepapierproduzent ein rigoroses Sparprogramm angekündigt, in dessen Rahmen weltweit bis zu 5500 Stellen – mehr als 10 Prozent – abgebaut werden sollen. Branchenbeobachter rechnen damit, dass der Konzern darüber hinaus zu einem Befreiungsschlag ansetzen und sich unter dem Druck der Investoren von ganzen Bereichen trennen könnte.

«Solche Entscheide werden auf einer anderen Ebene getroffen», räumt Country Manager Diemand ein, der darauf hofft, dass sich die Lage rasch klärt. «Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können: Auf die sehr hohe Qualität, Flexibilität und einen überdurchschnittlichen Lieferbereitschaftsgrad.» Für Niederbipp und die hier produzierten Produkte der «starken Marke Hakle» spreche, dass «wir zu den Kronjuwelen gehören und eine der profitabelsten Ländergruppen des KCC-Konzerns sind». Nicht genug damit: «Wir investieren hier kontinuierlich, um die Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft aufrechtzuerhalten.»

2 Stellen im Marketing abgebaut

Diemand bestätigt, dass der weltweite Stellenabbau bei KCC auch in Niederbipp Konsequenzen hatte: «Wir haben hier im letzten Jahr im Bereich Marketing/Verkauf 2 von zuvor 17 Stellen abgebaut.» Weitergehende Massnahmen seien «aktuell nicht bekannt». Die Anzahl der Beschäftigten in der Produktion sei stark von der Maschinenauslastung abhängig, so der Geschäftsführer weiter: «Diese ist aber in den letzten Jahren ziemlich konstant.» Schwankungen würden weitgehend mit dem Einsatz von Temporärkräften ausgeglichen.

Produziert werden hier Toiletten- und Haushaltpapier, Taschen- und Kosmetiktücher sowie Papierservietten. Die frühere «Tela» gehörte zum Cellulose-Hersteller Attisholz (Riedholz). 1999 stiess die Attisholz-Holding die «Tela» (zusammen mit den von ihr 1983 übernommenen deutschen «Hakle»-Werken) an die Kimberley-Clark Corporation (Marken «Kleenex», «Huggies») ab.

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