Atommülllager im Niederamt

«Was ist das für ein Laden?»: Kantonsrat tut Unmut über Bund und Nagra kund

Das Kernkraftwerk Gösgen selbst schlug das eigene Areal als Verpackungs-Standort für Atommüll vor.

Das Kernkraftwerk Gösgen selbst schlug das eigene Areal als Verpackungs-Standort für Atommüll vor.

Seit rund einem Monat ist klar: Im Niederamt gibt es keine Verpackungsanlage für Atommüll. Im Parlament wurde am letzten Tag der Dezembersession aber noch einmal über die Geschichte diskutiert, die Kantons‑ und Regierungsrat verärgert hatte.

Die Mitteilung im Frühling überraschte: Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) und Bundesamt für Energie wollten im Niederamt den Standort für eine Verpackungsanlage für Atommüll prüfen. Dies nachdem das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) selbst den Vorschlag gemacht hatte. Und nachdem die Region am Jurasüdfuss im Zusammenhang mit einem geplanten Atommülllager zuvor eigentlich aus dem Spiel genommen worden war.

Als «hinterhältiger Versuch, die Region und den Kanton zu überrumpeln» bezeichnete der Verein «Niederamt ohne Endlager» diese Vorgehensweise. Präsident Urs Huber (Obergösgen) sitzt für die SP im Kantonsrat. Obwohl die Pläne bereits wieder vom Tisch sind, wollte er einen Vorstoss zum Thema nicht zurückziehen, und am letzten Tag der Dezembersession noch einmal darüber diskutieren. Huber meinte, das KKG habe eine Geschäftsidee gehabt – und «zack» sei diese vom Bund als Planungsauftrag aufgenommen worden. «Was ist das für ein Laden?» Es bleibe die Frage, was passiert wäre, wenn die Idee für die Anlage nicht schon wieder verworfen worden wäre.

SVP-Sprecher Walter Gurtner (Däniken) sagte, wie ein «Sturm im Wasserglas» habe sich die Geschichte zwar wieder aufgelöst. Aber: «Es bleibt zu hoffen, dass sich die Kommunikation in diesem Zusammenhang bessert.»

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