Umbau

Was im Gebälk des Kantonsratssaals zum Vorschein kommt

Nach den Holzbauarbeiten wird der Boden im geschichtsträchtigen Kantonsratssaal steifer als zuvor sein.

Nach den Holzbauarbeiten wird der Boden im geschichtsträchtigen Kantonsratssaal steifer als zuvor sein.

Der Umbau des Kantonsratssaal läuft auf Hochtouren: 60 Kubikmeter Abbruchmaterial kamen raus – im Gegenzug werden acht Tonnen Holz verbaut. Auch ein Exemplar einer regierungsrätlichen Verordnung von 1913 tauchte bei den Arbeiten auf.

Peter Studer, Geschäftsführer der Peter Studer Holzbau AG aus Hägendorf, hält ein gelbes, vergilbtes Dokument in den Händen: Eine regierungsrätliche Verordnung vom 13. März 1913 betreffend «Beschränkung des Besuches der Kinematographentheater durch Jugendliche», die also den unter 18-Jährigen den Kinobesuch verbietet. Studers Arbeiter haben diesen Fund bei den Abbrucharbeiten im Zuge der Renovation des Solothurner Kantonsratssaals gemacht.

«Wir haben massenhaft Papierkram gefunden, als wir den alten Boden rausgerissen haben», sagt die diplomierte Architektin und Tochter des Geschäftsführers, Felicia Studer Thalmann. Ihre Vermutung: Die Dokumente seien zur Lärmdämpfung in die Hohlräume des Gebälks gestopft worden.

Mit dem Gebälk des Kantonsratssaals war die Mannschaft von Peter und Felicia Studer in den vergangenen Wochen beschäftigt: 60 Kubikmeter Abbruchmaterial schaffte sie in einem ersten Schritt aus dem Saal und legte damit das Gebälk frei. Anschliessend verdichtete sie es mit neuen Balken. Mittlerweile sind die Mitarbeiter der Holzbaufirma daran, die Bodenplatten dreischichtig zu verlegen. Dafür benötigen sie 500 Quadratmeter Fichtenplatten, was einem Gesamtgewicht von rund acht Tonnen und einem Gesamtvolumen von rund elf Kubikmetern entspricht. Die Arbeiten der Hägendörfer Holzbaufirma haben das Ziel, den Boden des Kantonsratssaals zu versteifen.

Alles muss sehr schnell gehen

«Für uns ist das ein einmaliger Auftrag. Es freut uns natürlich, bei den Renovationsarbeiten dieses geschichtsträchtigen Saals mitzuwirken», sagt Felicia Studer. Die logistischen Herausforderungen seien dabei nicht ohne gewesen. «Meist musste alles sehr schnell gehen. Und wir mussten dafür sorgen, dass wir während der Arbeiten mit fünf Arbeitern hier sein können. Flexibilität war unsererseits gefordert.» In rund einer Woche, schätzt die Holzbaufachfrau, werden die Bodenplatten verlegt und damit der Rohbau fertig sein. Das Hägendörfer Unternehmen wird dann das Feld wieder räumen können. Anschliessend steht der Innenausbau des Kantonsratssaals an.

Sessionen im Exil Im Juni (12./13. und 19./20. Juni) tagt der Kantonsrat im Parktheater Grenchen, im August und September (28./29. August und 4./5. September) in der Hofackerhalle in Nunningen.

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