63,4 Prozent der Motorradfahrer und 65,4 Prozent der Autofahrer schafften im letzten Jahr die praktische Prüfung. Damit liegt der Kanton Solothurn in der Kategorie Motorräder im schweizweiten Vergleich auf Rang 16, in der Kategorie Personenwagen auf Rang 17 (wir berichteten).

Obwohl bei der praktischen Prüfung rund jeder Dritte durchfällt, gehen einige Fahrschulen in der Region davon aus, dass ihre Erfolgsquote höher liegt. «Das kann man jedoch nur etwa schätzen, da wir keine Zahlen erheben», sagt Emmanuel Rettenmund von der Fahrschule Mäne's Drive. Es gebe viele Aspekte die es für eine erfolgreiche Prüfung zu beachten gilt. So spielt auch der Fahrlehrer eine sehr wichtige Rolle, was die Erfolgsquote betrifft. «Es hängt davon ab, ob er sich mit dem Fahrschüler auseinandersetzt oder ob er nur auf schnelles Geld aus ist.»

Je nachdem würden die Kandidaten schneller an die Prüfung angemeldet, um nach einem Misserfolg den «Schülern Angst machen zu können und fleissig zu verdienen» oder «man lässt sie erst zur Prüfung, wenn sie auch darauf vorbereitet sind.» Aber auch bereits die theoretische Prüfung sei sehr wichtig. Es könne nicht sein, dass die Fahrschüler in einem Verkehrskundeunterricht fünf Minuten Zeit haben eine Verkehrssituation zu analysieren, um dann im Schulzimmer die falsche Entscheidung zu fällen. In der Praxis sei es schliesslich auch nicht möglich als Erstes fünf Minuten zu überlegen.

Auch Ueli Känzig von der Aarefahrschule gibt zu bedenken, dass viele Faktoren mitspielen würden, ob die Führerprüfung erfolgreich absolviert werden könne. «Das hängt zum Beispiel auch sehr stark vom Prüfungsexperten ab.» Dennoch ist er mit seinen Prüflingen zufrieden, 75 Prozent seiner Fahrschüler hätten letztes Jahr die Prüfung bestanden.

Wie viele Fahrstunden braucht es?

Wie viele Fahrstunden ein Fahrschüler benötigt, hängt laut Rettenmund stark «von der Persönlichkeit und den motorischen Fähigkeiten» ab. Das Spektrum könne «schnell mal von 10 bis zu 40, 50 Fahrstunden» reichen. Ein weiterer Punkt sei sicher auch, ob zu Hause die Möglichkeit besteht, das «Gelernte wieder im privaten Rahmen umzusetzen». Ueli Känzig spricht von einem Durchschnitt von 15 bis 20 Stunden. Ein weiterer Punkt sei sicher auch, ob zu Hause die Möglichkeit besteht, das «Gelernte wieder im privaten Rahmen umzusetzen.»

Auch Ueli Känzig geht in etwa von diesen Zahlen aus: «15-20 Stunden braucht ein Fahrschüler durchschnittlich bei mir, obwohl auch dort es individuelle Unterschiede gibt.»

Ist das Niveau in den letzten Jahren gestiegen?

Eine Einschätzung des Niveaus im Vergleich zu vor zwanzig Jahren ist laut Emmanuel Rettenmund kaum möglich. Heute müsse der Fahrschüler aber mehr auf dem Kasten haben. Dies nicht zuletzt aufgrund der höheren Verkehrsdichte. Ein Problem halte sich jedoch seit zwanzig Jahren hartnäckig: «Als Erstes fragen Fahrschüler häufig nach dem schnellsten Weg zum Permis. Es wird nicht versucht, sich der Aufgabe anzunehmen und das Autofahren zu lernen und zu verstehen.»

Känzig ist anderer Meinung. Obwohl fast jeder Dritte die Prüfung nicht besteht, sei das Niveau tendenziell «besser als vor 5, 6 Jahren.» Der Niveauanstieg sei unter anderem auch «auf die gestiegene Erfolgsquote bei der Theorieprüfung» zurückzuführen. Wer die Verkehrstheorie beherrsche, könne sich später auch im Strassenverkehr besser zurechtfinden. Zudem sei durchaus auch wieder ein gestiegenes Interesse am Autofahren und eine gewisse Ernsthaftigkeit zu verzeichnen. Jedoch gebe es auch seit Jahren immer Ungeduldige, die es kaum erwarten könnten, ihr Permis in den Händen zu halten.