Landammann Roland Fürst (CVP) forderte in Gunzgen zu Kompromissen in der Politik auf. Dies, um den Sorgen der Bevölkerung – Altersvorsorge, Gesundheitskosten und Klimawandel – Rechnung tragen zu können. Bezüglich Klimapolitik wies der Baudirektor darauf hin, dass seit dem 29. Juli weltweit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht seien, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen kann. «Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, sondern von unseren Nachkommen ausgeliehen. Es ist unsere Pflicht zu überlegen, was wir künftig besser machen können. Nicht andere, sondern wir.»

Regierungsrätin Susanne Schaffner (SP) legte in Oensingen und Winznau den Schwerpunkt auch auf das Thema Klimawandel. «Es ist Zeit für eine mutigere Umweltpolitik.» Man dürfe sich nicht von der Angst vor Neuem bremsen lassen, sondern sich getrauen, umweltschonende Technologien auszuprobieren. Es gelte, Problemen wie die Zersiedelung oder Interessenkonflikte zwischen effizienter Landwirtschaft und sauberem Trinkwasser anzugehen. Es brauche den politischen Willen, um diese Probleme zu lösen, betonte die Innendirektorin: «Wir sind es selber, die unsere Zukunft und die unserer Kinder bestimmen.»

«Der Naturpark Thal zusammen mit dem Engagement der Thaler Bevölkerung ist für mich ein eigentliches Vorzeigeprojekt für gelebte Nachhaltigkeit», lobte Brigitte Wyss in Aedermannsdorf. «Die Schweiz als Land ohne Bodenschätze und fossile Energiequellen hat in ihrer Geschichte mehrfach erfahren, dass wir nur mit der Natur und nicht gegen sie leben können», unterstrich die grüne Volkswirtschaftsdirektorin. Heute werde die Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung «nicht mehr als Einschränkung gesehen, sondern als neue Chance für die Umwelt und die Unternehmen», das stimme sie optimistisch.

Anspruchsvolle Demokratie

Finanzdirektor Roland Heim (CVP) hielt eine patriotische Rede in Dornach, in der er insbesondere auf die Schlacht bei Dornach 1499 und die Werte Freiheit, Unabhängigkeit, Demokratie und Föderalismus einging. «Die Demokratie ist die Königsform aller Staatsformen. Aber sie ist auch die anspruchsvollste, weil sie von jedem Einzelnen am meisten abverlangt.» Verantwortung für sich selber und Mitverantwortung für das Land seien die wichtigsten aller demokratischen Tugenden. Speziell die Jungbürger forderte er dazu auf, diese Verantwortung wahrzunehmen.

Bildungsdirektor Remo Ankli (FDP) sprach an der gemeinsamen Feier von Meltingen und Zullwil – seiner Heimatgemeinde – in Meltingen. «Heimat», und was diese ausmacht, war denn auch sein zentrales Thema: «In der politischen Debatte kennt man Gegner, aber keine Feinde. Der politische Streit ist wichtig, doch er darf nicht zum eigentlichen Glaubenskrieg ausarten. Es braucht klare Haltungen und Meinungen, aber nicht Kompromisslosigkeit.» Nur so gelinge es, «eine Heimat zu schaffen und zu erhalten, auf die wir stolz sein dürfen und die sich guten Gewissens feiern lassen darf.»