Die Sozialdemokraten geben im laufenden Solothurner Wahlkampf am meisten Geld aus. Zumindest, wenn man einer Erhebung der TV-Sendung «Schweiz aktuell» glauben kann: 200 000 Franken sind es nach eigenen Angaben der SP. An zweiter Stelle folgt die FDP mit offiziell 160 000 Franken. Keine konkrete Zahl verriet die CVP, die «etwas weniger» als die FDP ausgeben will. SVP-Präsident Silvio Jeker beziffert die Wahlkampfausgaben seiner Kantonalpartei schliesslich mit «weniger als 100 000 Franken, mehr als 50 000 Franken». Jeker selber räumt aber ein, dass der SVP-Wahlkampf primär in den jeweiligen Amteiparteien geführt (und bezahlt) werde.

Die in der Umfrage von den einzelnen Parteien genannten Summen dürften also – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht wirklich für bare Münze genommen werden. Was die Kantonalparteien aus ihrer zentralen Kasse hinblättern ist das eine – was die einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten an persönlichen Mitteln in ihren eigenen Wahlkampf stecken, ist das andere.

Im «Schweiz aktuell»-Beitrag wird denn auch der Zürcher Politikwissenschafter, Berater und Buchautor Louis Perron entsprechend zitiert: «Wenn man die Ausgaben der Kandidierenden miteinrechnet, dann würde ich davon ausgehen, dass die SP nicht mehr an der Spitze steht.»

Wahlparty bis Komitee-Inserat

Ein augenfälliges Beispiel ist dafür der CVP-Polit-Quereinsteiger Josef Maushart (Solothurn), CEO der Bellacher Fraisa AG. Er hat unlängst mit einer eigenen Wahlparty unter dem Namen «C-Dur» den Bellacher Turbensaal gefüllt. Prominente Gäste bei Politik, Speis, Trank, Musik und Tanz: Bundespräsidentin und Parteikollegin Doris Leuthard sowie der Schweizer Bluessänger Philipp Fankhauser samt Band. Letzterer dürfte dort kaum für Gotteslohn aufgetreten sein.

Beachtliche Summen werden aber auch noch von weiterer Seite in die Schlacht an der Urne geworfen: Für Flugblätter, Wahlplakate und Inserate lassen Komitees, Verbände, Gewerkschaften und anderen Interessengruppen den Franken ebenfalls locker rollen.