Holocaust
«Warum hat unsere Familie Deutschland nicht verlassen?»

Ronnie Bernheims Familiengeschichte ist von der Judenverfolgung geprägt. Auch deshalb engagiert er sich als Präsident der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus.

Lucien Fluri und Franz Schaible
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Ronnie Bernheim hat nach dem Gaza-Krieg eine Zunahme antisemitischer Äusserungen in der Schweiz bemerkt.

Ronnie Bernheim hat nach dem Gaza-Krieg eine Zunahme antisemitischer Äusserungen in der Schweiz bemerkt.

Hansjörg Sahli

Für einmal geht es nicht um Uhren: Ronnie Bernheim, der Co-Patron des bekannten Uhrenherstellers Mondaine, ist nicht in den Zürcher Hauptbahnhof gekommen, um über das Geschäft zu sprechen. 70 Jahre nach Kriegsende erzählt er sichtlich bewegt über seine Familiengeschichte, die eng mit dem Holocaust verbunden ist. Mitgebracht hat er die letzten Briefe, die seine deutschen Grosseltern an seine Mutter in der Schweiz geschrieben haben. Kurz danach wurden sie mit den übrigen Familienangehörigen von den Nazis deportiert und umgebracht. Weil sie Juden waren. Bernheim, sein Vater war Zürcher, ist zwar nach dem Krieg geboren. Das Trauma der Überlebenden habe sich aber auf die Kinder mitübertragen, sagt er. Seine Familiengeschichte ist für ihn Antrieb zum sozialen Engagement: Er ist Präsident der renommierten Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) und setzt sich an verschiedenen Fronten für Minderheiten sowie demokratische Werte ein.

Ronnie Bernheim, was bedeutet der 8. Mai für Sie?

Ronnie Bernheim: Als Symboltag steht der Tag für den formellen Schlussstrich des Zweiten Weltkriegs. Das systematische Leidzufügen hörte mit diesem Tag offiziell auf, auch wenn viele Betroffene noch ihr Leben lang weitergelitten haben.

Ihre Familiengeschichte ist eng mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden.

Meine Familie ist direkt über meine Mutter betroffen. Sie hat ihre Heimat, die Familie, die Freunde, einfach alles ausser eine Schwester verloren und hat diese Trauer ein Leben lang in sich getragen – trotz guten Lebensumständen nach dem Krieg in der Schweiz.

Ihre Mutter war Deutsche. Und Jüdin.

Meine Mutter ist etwa 45 Kilometer von Frankfurt entfernt aufgewachsen. Mein Grossvater war Viehhändler im kleinen Dorf Hüttengesäss. Letztes Jahr war meine Familie zum ersten Mal dort, eingeladen von Ansässigen, die teilweise meine Grosseltern und Mutter noch kannten. Bronzefarbene Pflastersteine mit Namen und Todesort wurden im Trottoir vor dem Haus eingelassen, aus dem die Grosseltern vertrieben wurden. Sogenannte «Stolpersteine», von denen es in Deutschland mittlerweile 47 000 gibt.

Ihre Mutter überlebte in der Schweiz.

Jüdische Kinder durften nicht mehr zur Schule, als meine Mutter 10 war. 1939, kurz vor Kriegsausbruch, gab es einen einzigen bewilligten Kindertransport für rund 80 Kinder in die Schweiz. Meine Mutter und meine Tante hatten unter Tausenden das Glück, dabei zu sein. Die beiden kamen in ein jüdisches Kinderheim im Appenzell. Sie haben dank der Aufnahme in der Schweiz überlebt. Aber sie hatten eine schwere Zeit, weil sie nicht wussten, was mit ihren Eltern, meinen Grosseltern, passierte.

Diese blieben in Deutschland.

Ja. Anfangs schrieben sie. Alle Briefe waren von den Nazis geöffnet, kontrolliert und abgestempelt worden. – Bis und mit der letzten Postkarte 1941. In dieser schreibt meine Grossmutter: «Morgen früh müssen wir uns bereitmachen. Es wird eine lange Reise. Passt aufeinander auf.» Meine Grosseltern erahnten offenbar, dass sie nicht zurückkommen werden. Ich habe erst letztes Jahr erfahren, was genau passiert ist. Meine Mutter ging immer davon aus, dass die Grosseltern wie die meisten Juden aus Frankfurt in Viehwagen nach Riga transportiert wurden und dort in der Nähe des Bahnhofes oder in den Wäldern im sogenannten «Holocaust durch Kugeln» erschossen wurden. Inzwischen aber habe ich erfahren, dass der Zug zweimal umgeleitet wurde – wegen Überlastung im Tötungsprozess. Sie kamen nicht nach mit dem Erschiessen. Schliesslich wurde der Zug mit meinen Grosseltern nach Kaunas in Polen umgeleitet. Nach sechs Kilometern zu Fuss bis zu einer ehemaligen Festungsanlage, wo auch ein KZ war, wurden sie wie alle Ankömmlinge am 21./22. November 1941 erschossen. Zehntausende erlitten dort dasselbe Schicksal. Meine Mutter wusste in der Schweiz nichts davon.

Zur Person

Ronnie Bernheim (64) führt und besitzt gemeinsam mit seinem Bruder André den Uhrenhersteller Mondaine.

Bernheim ist stark sozial engagiert: Er präsidiert die renommierte Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) und wirkt auch in der Stiftung für Erziehung und Toleranz (SET) sowie in der Gesellschaft für Minderheiten in der Schweiz (GMS). 2013 erhielt die Mondaine-Schwesterfirma Remonta den Sozialstern des Kantons Solothurn für die Integration psychisch beeinträchtigter Menschen. Der promovierte Wirtschaftswissenschafter lebt in Herrliberg. (lfh)

Wie wächst man mit einer solchen Familiengeschichte auf?

Meine Mutter hat oft gelitten und bis zum Tod – wie viele andere Überlebende – kaum je darüber gesprochen. Das geht dennoch irgendwie oft auf die Kinder über. Als Kind erlebten wir, wie die Mutter einfach plötzlich zu weinen begann. Man stellt Fragen und merkt: Wenn man Fragen stellt, dann fällt es der Mutter schwer, darüber zu sprechen. Und man macht es nicht mehr. Und wenn die Mutter einmal darüber gesprochen hat, ist man berührt. Das ist das Trauma der zweiten Generation.

Es gibt etwas, das nicht ausgesprochen wird.

Egal wie man daran arbeitet, die Geschichte ist da. Ich erlebe dies als eine Art Doppelleben. Einerseits erlebe ich seit der Kindheit ein glückliches Leben. Gleichzeitig, zum Glück nicht immer, ist eine riesige Trauer da. Das geht wohl nicht nur der Holocaust-Second-Generation so. Ich nehme an, dass dies auch heute bei vielen Flüchtlingen, sonst wie Traumatisierten und deren Nachfolgern, die gequält wurden oder Verluste hatten, ähnlich ist.

Sind diese Erlebnisse der Grund dafür, dass Sie sich in mehreren Stiftungen für Toleranz und gegen Rassismus einsetzen?

Das hat sicherlich damit zu tun. Aber es gibt noch einen zweiten Grund: Als Volkswirtschaftsstudent an der Uni Zürich studierte ich ein Semester in Brasilien. Damals herrschte dort eine Militärdiktatur. Linke Studenten sind plötzlich verschwunden. Ich habe erstmals erlebt, was es bedeutet, wenn man ständig einen Ausweis auf sich tragen musste. Dann reiste ich mit meinem Studienkollegen Tim Guldimann nach Chile. Per Zufall verliessen wir das Land gerade noch vor dem Umsturz mit Verhaftungen und Tötungswellen. Aber als ich in Argentinien ankam, liefen dort rechtsextreme Braunhemden rum und der Peronismus kam zurück. Ich habe also direkt gesehen, wie der Faschismus in diese Staaten kam.

Das hat Sie geprägt?

In Zürich zurück, fragte ich Sigi Feigel, den damaligen Präsidenten der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich, ob es in der Schweiz auch Rassismus und Antisemitismus gebe. Er sagte: Du kommst gerade recht. Und hat mir ein Heft gegeben, das in Zürich verteilt worden war. Dieses war aufgemacht wie der antisemitische «Stürmer» der Nazis. Das wollten wir nicht wiedersehen. So hat sich mein Engagement ergeben. Jetzt bin ich seit 40 Jahren dabei, bis fünf Stunden pro Tag. Und leider ist es heute mindestens so nötig wie damals.

Wie ist die Lage heute?

Sigi Feigel hat vor 25, 30 Jahren immer wieder gehört, dass es in der Schweiz keinen Rassismus und keinen Antisemitismus gebe. So begannen wir, alle öffentlich bekannten rassistischen Vorfälle in der Schweiz jährlich in einem Büchlein aufzulisten. Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus führt diese Liste heute im Internet weiter. Es gibt Rassismus, auch in der Schweiz. Sigi Feigel hat einmal gesagt, der Umgang der Mehrheit mit den Minderheiten sei das Fieberthermometer in der Demokratie. Die Stiftung hilft, damit es Friedhöfe für Muslime gibt. Bis heute gibt es übrigens in Genf keinen Friedhof nach jüdischem Ritual. Mein Schwiegervater ist in Frankreich, gleich neben der Grenze, begraben.

Welche Rolle spielt der Antisemitismus heute in der Schweiz?

Gemäss Studien haben seit langem konstant zwischen 12 und 16 Prozent der Bevölkerung starke judenfeindliche Gefühle. Und dies, obwohl viele gar keine Juden kennen: Denn es gibt gerade einmal 18 000 Juden in der Schweiz. Doch dann passieren Dinge wie der Gaza-Krieg letztes Jahr. Da nahmen antisemitische Äusserungen und sogar Taten massiv zu. Wir erschraken. Uns schockierte aber noch mehr das Schweigen der Behörden. Vom Bundesrat über die Kantonsbehörden bis zu Personen, die sich sonst immer wieder gerne äussern, blieb es lange Zeit ruhig – während Merkel, Gauck, Hollande und andere Staatsrepräsentanten dezidiert aufgetreten sind. In der Schweiz? Nichts. Als ich mich bei Behörden meldete, wurde ich gefragt: «Ist es denn so schlimm?»

Wie schlimm war es?

Unter den orthodoxen Juden gab es in Zürich sogar Kinder, die aus Sicherheitsgründen nicht mit der Kippa auf die Strasse gehen durften. Es gab Aggressionen. Wir erhielten vermehrt Zuschriften wie: «Hitler hat einen Fehler gemacht. Er hat euch nicht alle erwischt» oder «In die Gaskammern». Anders als in der Vergangenheit schrieben die Leute teils nicht mehr anonym, sondern mit Name und Adresse.

In Frankreich hat man festgestellt, dass mehr Juden nach Israel auswandern. Wie ist es in der Schweiz?

Ich kann nicht für «die Juden» sprechen. Heute fühle ich mich gut und auch durch die Gesetze geschützt. Ich glaube nicht, dass Leute deswegen nun auswandern. Aber es gibt eine Verunsicherung. Ich habe meine Mutter immer gefragt: Warum hat unsere Familie Deutschland nicht verlassen? Seit 1933 wurden Juden drangsaliert. Doch der Grossvater hat immer gesagt: Er wurde als Deutscher im Ersten Weltkrieg mit einem Verdienstorden ausgezeichnet. Er war als deutscher Soldat in Kriegsgefangenschaft. 170 Jahre lebte die Familie im selben Dorf. Mein Grossvater war deutsch. Durch und durch. Er hätte nie gedacht, dass er von seinen Nachbarn ausgenommen und von seinem Land umgebracht wird. Wie ernst muss ich es als Schweizer nun nehmen, wenn Juden Briefe bekommen, die ihnen den Tod wünschen, nur weil sie Juden sind?

Waren Sie selbst auch betroffen?

Es gab auch schon Briefe. Und es gibt Momente auch im Geschäftsleben, wo man zu spüren glaubt oder einem zugetragen wird, dass antijüdische Gefühle mitspielen. Andere Minderheiten haben ähnliche Erfahrungen. Ich arbeite in den Stiftungen mit Muslimen, Rätoromanen, Sinti und dunkelhäutigen Menschen zusammen. Ich bin weder stolz noch traurig, Jude zu sein. Das ist für mich einfach eine der Facetten in meinem Leben. Andere sind katholisch. Aber ich sage es den Leuten, vor allem Muslimen im Geschäftsleben, damit sie nicht eines Tages überrascht werden. Man lernt auch, nicht überempfindlich zu sein. So sind nicht alle Äusserungen, die anti-israelisch sind, auch antisemitisch.

Es gibt eine eidgenössische Kommission gegen Rassismus, es gibt einen Paragrafen im Strafgesetzbuch gegen Rassismus. Inwieweit braucht es noch private Stiftungen?

Es braucht sie. Wir schaffen Transparenz und fordern zu Diskussionen heraus. Wir erarbeiten konkrete Hilfsmittel für Lehrpersonen. Am Paradeplatz haben wir mit versteckter Kamera gefilmt, wie ein Mann einen anderen Mann angreift. Beides waren Schauspieler. Aber alle Zuschauer waren echt. Nur in drei von sechs Fällen haben die Zuschauer reagiert. Wir stellen die Frage: Was macht die Gesellschaft? Wenn in einem Lager durch Islamisten jetzt 300 Christen aussortiert und umgebracht werden, geht niemand im Westen auf die Strasse. Ich verstehe dies nicht. Hilflose Leute werden nach den Regeln von Rassismus ausgegrenzt und umgebracht.

Sie kämpfen sehr stark für den «Anti-Rassismus-Artikel» im Gesetz, der in gewissen politischen Kreisen umstritten ist. Wo hört Meinungsfreiheit auf und wo beginnt Rassismus?

Wir kämpfen sehr stark dafür, dass die Strafnorm erhalten bleibt. Sie ist gut und nötig. Auch die Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut. Aber es gibt eine ganze Reihe von Gesetzen, die diese einschränken. Etwa die Ehrverletzung. Man kann einem nicht jeden ‹Schlötterlig› anhängen. Der Eindruck, dass das Gesetz oft bemüht wird und die Folgerung, dass die Redefreiheit eingeschränkt würde, stimmt nicht. Auch die Anti-Rassismus-Strafnorm ist sehr eng geschnitten. Das Gesetz wird einfach oft, gerade auch medial, bemüht, wenn jemand das Gefühl hat, es gehe um Rassismus. Aber viele dieser Fälle kommen nicht einmal beim Staatsanwalt vorbei. Und die Gerichte wägen stark ab.

Warum gibt es auch in der Schweiz noch immer Antisemitismus?

Antisemitismus ist der einzige Rassismus, der über Jahrtausende überlebt hat. Für Antisemitismus braucht es nicht einmal Juden. Es gibt Länder, die nach Hitlers Terminologie längst «judenfrei» sind. Etwa Litauen. Der Antisemitismus lebt dort weiter. Dass der Antisemitismus auch bei uns überlebt, hat zum einen mit tradierten Vorurteilen zu tun. Antisemitismus war auch stark von der Kirche und früheren Gesetzen geprägt. Die Vorfahren meines Vaters durften nicht in der Stadt Zürich leben, sondern nur in Endingen oder Lengnau, das waren die einzigen Gemeinden. Bei Sonnenaufgang durften sie in die Stadt, mussten bei Sonnenuntergang wieder raus. Hinzu kommen Vorurteile wie: Alle Juden sind reich, obwohl das überhaupt nicht stimmt.

Fördert die Einwanderung den Rassismus?

Ich glaube, Rassismus ist die falsche Antwort auf ein wirkliches Problem. Migration ist ein wichtiges und ernstes Thema. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir eine halbe Milliarde von Menschen aus Afrika in Europa aufnehmen können, denen es nicht gut geht. An Leib und Leben bedroht ist eine andere Situation. Aber der Rassismus ist die falsche Antwort. Man vergiftet damit nur die eigene Gesellschaft. Leider wird dies seit über 20 Jahren politisch ausgenutzt. Verkürzte, schlagwortartige Aufheizungen von Vorurteilen funktionieren rein kommunikativ natürlich super. Aber es geht auch um die Frage: Wie weit will und muss ich mich mit Menschen einlassen, die eine andere Lebensform haben? Wie weit muss sich unsere Bevölkerung, wie stark die Immigranten anpassen? Durch den De-facto-Wegfall der Landesgrenzen in Europa ist ein Unsicherheitsgefühl aufgekommen. Nun gibt es vermehrt Grenzen innerhalb der Bevölkerung.

Sie engagieren sich in mehreren Stiftungen gegen Rassismus. Waren Sie nie in einer zwiespältigen Lage?

Bei der ganzen Flüchtlings- und Asylpolitik fühle ich mich extrem gefordert. Ich weiss, dass meine Mutter überlebt hat, weil sie in die Schweiz eingelassen wurde. Aber wie viele Leute sollen in der Schweiz auf Dauer sich ansiedeln? Wie gross sind der Wille und die Fähigkeit der Bevölkerung wie auch der Immigranten, dass mehr als die an Leib und Leben Betroffenen in der Schweiz in grosser Anzahl sich auch kulturell zusammenfügen? Ist das Boot voll? Die Stiftung, die ich präsidiere, setzt sich auch für die Fahrenden ein. Jetzt hatten wir aber den Fall, dass hinter unserer Fabrik in Biberist ein Standplatz für die Fahrenden eingerichtet werden sollte. Wenn ausländische Besucher kommen, um Uhren in gepflegter Umgebung zu kaufen und dann ein Wohnwagengebiet gleich neben dem Fabrikeingang steht.

Der Platz kam nicht.

Der Platz war von der Grösse und Lage her nicht gut. Wenn ich geglaubt hätte, dass es ein guter Platz wäre, wäre ich hingestanden und hätte mich dafür eingesetzt. Man kann nicht das eine predigen, aber dann, wenn es einen trifft, sagen: Ja, aber nicht bei uns. Ich habe das Thema auch mit den Leuten in den entsprechenden Stiftungen diskutiert.

Zurück zum 8. Mai, der als Nullstunde für das Friedensprojekt Europa gilt. Droht die Erinnerung zu verblassen?

Es ist traurig, dass es in Ungarn oder mit Le Pen in Frankreich antisemitische Strömungen gibt, auch wenn Vater Le Pen nun optisch aus der Partei entfernt wurde. Aber die Erinnerung droht nicht erst heute zu verblassen. Schon im Jugoslawien-Krieg gab es eine Abschlachtung von Leuten, Situationen wie im Zweiten Weltkrieg. Europa hätte ohne Amerika noch lange zugeschaut. Die Menschenrechte sind Ausbund des Zweiten Weltkrieges. Sie sind eine klare Richtschnur. Es ist nötig, für diese humanitären Werte zu kämpfen, lieber im Vorfeld als mit Waffen. Wichtiger als das Kriegsende am 8. Mai ist für mich deshalb auch die Zeit vor dem Krieg: Mich interessiert, welche Mechanismen in den Jahren zuvor wirkten. Denn damals hätten normale Bürger noch handeln können. Das ist auch heute noch so. Jeder kann was tun. Jeder.