Seit dem Anbeginn der Filmindustrie ziehen Filme verschiedenster Genre Menschen mit den unterschiedlichsten Vorlieben in ihren Bann. Doch nicht alle Inhalte sind legal. Dessen musste sich gestern auch Arthur F. * aus der Region Solothurn vor dem Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt bewusst werden. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen mehrfacher Pornografie und mehrfacher Gewaltdarstellung durch den Besitz von Videos und Bildern mit illegalem Inhalt auf seinem Computer.

Der Beschuldigte Arthur F. arbeitet momentan als Monteur. Auf die Vorwürfe des Amtsgerichtspräsidenten Ueli Kölliker brachte Arthur F. immer wieder zur Sprache, er hätte stets am Morgen einige Downloads gestartet und ganze Listen von Dateien auf seinem Computer gespeichert, die sich unter den jeweiligen Suchbegriffen finden liessen. Dass sich dabei teils kinderpornographische oder gewaltverherrlichende Inhalte miteingeschlichen haben können, bestritt Arthur F. zwar nicht. Dennoch bemerkte er: «Ich habe nicht speziell nach solchen Inhalten gesucht», es sei oft schwer Einfluss zu nehmen, was genau heruntergeladen werden würde.

Hoher Anteil Kinderpornographie

Staatsanwältin Melanie Wasem hielt hierbei in ihrem Plädoyer vehement dagegen: Die Dateinamen seien eindeutig und würden nicht selten das Alter der Darstellerinnen und Darsteller offenbaren. Es müsse jedem sofort klar sein, dass es sich bei einigen der Dateien um illegale Kinderpornografie handle. Zudem, hielt Wasem fest, sei der Anteil an Kinderpornografie augenfällig hoch, verglichen mit den «normalen» pornografischen Inhalten. Lege man wie Arthur F. eine Pornosammlung an, wäre die Verteilung wohl kaum so extrem.

Strafverteidiger Markus Jordi zeigte deutlich mehr Verständnis für Arthur F. als die Staatsanwaltschaft. Das Programm «emule», das dem Beschuldigten als Download-Portal diente, präsentiere pro Suchbegriff ganze Listen, die nicht so leicht überschaubar seien. Der Umstand, dass sein Mandant nach dem Download eine Selektion der illegalen Inhalte machte und diese löschte, sei dem Beschuldigten als strafmildernd anzurechnen.

Einige Daten bewusst verschlüsselt

Für Staatsanwältin Wasem stellte auch die Verschlüsselung gewisser Dateien auf den Datenträgern durch «TrueCrypt» einen straferhöhenden Umstand dar. Arthur F. zeige damit, dass er sich der illegalen Handlungen bewusst gewesen sei und Informationen verschweigen wollte. Gemäss René Kully, Fachverantwortlicher IT-Forensik bei der Kantonspolizei Solothurn, erlaube es dieses Programm, gewisse Daten innerhalb eines Ordners mit einem speziellen Passwort zu schützen. Kenne man nur das eine Passwort, blieben gleichzeitig versteckte Inhalte verborgen und nur die «ungefährlichen» würden einem offenbart. «Die gefundenen Dateien sind nur die Spitze des Eisberges», so die Staatsanwältin. Die verborgenen Dateien seien gemäss Aussagen Kullys nicht möglich aufzufinden.

Verteidiger fordert Freispruch

Als weiterer wichtiger Anklagepunkt wurde auch der illegale Re-Upload der Dateien durch das Programm «emule» genannt, wobei die gespeicherten Daten Dritten zugänglich gemacht werden. Verteidiger Jordi stützte damit seine Argumentation und legte dar, Arthur F. habe die Standardeinstellungen von «emule» geändert und den Upload der gespeicherten Videos verhindert. Dies müsse man durchaus berücksichtigen und strafmildernd betrachten.

Während die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten, davon mindestens 6 unbedingt forderte, stützte sich Verteidiger Jordi auf den Mangel an Böswilligkeit beim Downloaden und plädierte auf einen Freispruch seines Mandanten.

*Name der Redaktion bekannt. Das Urteil wird heute eröffnet.