«Waren ausgeschossen»
Berggasthöfe überrannt: Tausende flüchteten am Wochenende auf die sonnigen Jurahöhen

Raus aus dem Nebel, rauf an die Sonne: Dieses Wochenende zog es tausende Solothurnerinnen und Solothurner auf die Juraketten. Ganz zur Freude der Berggasthöfe, welche die besten Tage der Saison erlebten.

Oliver Menge und Lucien Fluri
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Unten Grau, oben Blau: Auf der ersten Jurakette über dem Nebelmeer.

Unten Grau, oben Blau: Auf der ersten Jurakette über dem Nebelmeer.

Lucien Fluri

«So einen Tag wie heute habe ich in diesem Jahr noch nie erlebt», sagt Vreni Schneider, die Wirtin des Berggasthofs Untergrenchenberg, am Telefon. Das ganze Wochenende habe Hochbetrieb geherrscht, aber am Sonntag habe die Sache noch einen Zahn zugelegt: «Wir waren ausgeschossen mit unserer Rösti, ich hab dafür Käsespätzle mit Zwiebeln angeboten.»

Gaststube und Terrasse waren voll, der Parkplatz schon am Morgen vollbelegt. Alles in allem sei es «Bombe» gelaufen. Aber auch nur, weil sie wirklich ganz gutes Personal gefunden habe für dieses Weekend. «Ohne gute Leute wäre es ganz schwierig geworden, den grossen Ansturm zu bewältigen.»

2300 Fahrten auf den Weissenstein

Im Gegensatz zum Grenchenberg gelangen praktisch alle Besucherinnen und Besucher per Gondel auf den Weissenstein. Wie der stellvertretende technische Leiter Heinz Obi gegenüber dieser Zeitung sagt, verzeichnete man am Vormittag 2300 Durchgänge, das heisst, 2300 Personen liessen sich nach oben gondeln, dazu kamen die etlichen, die den Weg auf den Hausberg Solothurns unter die Füsse nahmen.

«Solche Tage sind einfach toll», meint Obi. Ihm sei auch aufgefallen, dass es weniger Betagte auf der Bahn hatte als an anderen Tagen. «Dafür aber viele Wanderer und viele Familien, die raus aus dem Nebel an die Sonne wollten.»

Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer.
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Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer
Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer
Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer von Lucien Fluri und Sven Altermatt
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Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer
Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer
Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer
Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer
Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer
Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer

Unten Grau, oben Blau Fotos von der ersten Jurakette über dem Nebelmeer.

Lucien Fluri und Sven Altermatt

Unten sind die Parkplätze schon vor 9 Uhr aussergewöhnlich gut gefüllt; oben auf dem Weissenstein hat es gegen Mittag nicht mehr allzu viel Platz auf den Terrassen von Sennhaus, Hinterweissenstein oder dem Kurhaus.

Die Sonne lässt nochmals etwas Sommerfeeling zu; mit Jacke lässt es sich auf dem Berg durchaus gut aushalten. Kurz vor Mittag sind zwischen dem Kurhaus Weissenstein und der Röti alle Brätelstellen besetzt. Oben auf der Röti sind Hündeler, Biker, Gleitschirmflieger und Wanderer versammelt.

Ein Kränzlein für das gute Personal

Etliche der Wanderer und Familien sind bei Annegret und Ueli Stucki im Bergrestaurant Hinterweissenstein eingekehrt. Viele auch, die direkt von Oberdorf hochgelaufen sind. Auf die Frage, wie es denn heute gelaufen sei, antwortet Annegret Stucki mit einem Lachen. «Wir sind sozusagen ausgegessen.»

Der Ansturm sei gewaltig gewesen, Terrasse voll, Restaurant voll, auch der Kiosk, den sie zur Entlastung aufgebaut hätten, sei sehr gut frequentiert gewesen. «Sie müssen aber schreiben, dass man für einmal dem tollen Personal ein grosses Kränzlein winden muss, denn ohne diese Leute, die zum Teil noch eingesprungen sind, hätten wir das nicht bewältigen können.» Und weiter:

«Der Einsatz unserer Mitarbeitenden war extrem, wir haben wirklich gute, treue Heinzelmännchen, aber auch sehr gute und liebenswerte Gäste.»

Auch weiter im Osten lief es rund

Isabelle Gygax vom «Güggel» auf dem Brunnersberg hatte schon um 10 Uhr morgens die Bude voll. «Wir waren gut vorbereitet, schliesslich ist es ja oft so im November, unten grau, oben blau.» Viele Leute hätten die Gelegenheit genutzt, ein paar Sonnenstrahlen zu ergattern nach etlichen Tagen unter der Nebeldecke. Steak-Frites, Bratwürste, Vermicelles und selber gemachte Cremeschnitten – alles sei gut verkauft worden.

Weniger Sonne hingegen hatte Ueli Rüegsegger von der Bergwirtschaft zur Alp in Oberbuchsiten: «Wir sahen sie nur gerade etwa eine Viertelstunde über Mittag. Aber das Restaurant war trotzdem den ganzen Tag voll.» Mit gutem Grund, sagt Rüegsegger: «Wir haben Metzgete dieses Wochenende, das zieht die Leute an. Also ist auch das Restaurant sehr gut besucht.»

Auch TeleM1 zog es am Sonntag über die Nebelsuppe.

TeleM1

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