Ehrung

Walter Straumann: «Diese Zuwendung berührt mich sehr»

Der nach 16 Jahren abtretende Regierungsrat Walter Straumann wurde mit einer Festschrift geehrt. Das Buch wiegt fast 1,6 Kilogramm, ist 7 Zentimeter dick und umfasst 870 Seiten.

Das ist nicht die erste Festgabe für einen zurücktretenden Justizdirektor im Kanton Solothurn, aber mit Abstand die schwerste, dickste und farbigste. Auch inhaltlich kann sich die Festschrift sehen lassen: 50 Autoren haben 46 Beiträge geschrieben, die sich vorwiegend mit dem solothurnischen Recht befassen - und Walter Straumann Lesestoff für die vielen arbeitsfreien Stunden nach seiner Pensionierung am 31. Juli bescheren.

Der Geehrte nahm das Geschenk gestern Abend im Von-Roll-Haus in Solothurn sichtlich gerührt aus den Händen von Frau Landammann Esther Gassler entgegen: «Diese ausserordentliche Zuwendung berührt mich sehr», sagte Walter Straumann und wischte sich eine Träne weg. Er dankte seinen Regierungskollegen, dass sie «die schöne Tradition» einer Festgabe für langjährige Justizdirektoren weitergeführt haben. «Diese Widmung bestätigt, dass die Kollegialität in der Solothurner Regierung keine Leerformel ist, sondern gelebt wird.»

Esther Gassler würdigte denn auch das Wirken von Justiz- und Baudirektor Walter Straumann in den letzten 16 Jahren. Sie erinnerte an die unter ihm gestärkten Gerichte, die vielen gebauten Strassen und Gebäude, den ihm am Herzen liegenden Umweltschutz und die von ihm mit Umsicht geleitete Bischofswahl 2010. Gassler erwähnte aber auch Straumanns Wirken als Mensch: «Offen, souverän, schlagfertig, unbeschwert, humorvoll, volksnah - und im Gegenzug berührten Dich Leid und Trauer sehr stark.»

Der Humor ihres Regierungskollegen habe oft Situationen entschärft und «geholfen, noch zu lachen, wenn es eigentlich nichts zu lachen gab». Um welche Regierungssitzungen es sich handelte, erwähnte Frau Landammann nicht. Übrigens auch nicht, wie viel die Hochglanz-Festschrift gekostet hat. Wir fragten nach der Feier nach: 100 000 Franken. Finanziert über den Lotteriefonds.

Die rund 70 geladenen Gäste trafen sich nach der stimmungsvollen Übergabefeier zum Apéro. Die Mehrheit unter ihnen hatte selber als Autor an der Festschrift mitgewirkt - und durfte am Abend gleich ein Exemplar mitnehmen. Nebst alt Bundesrat Arnold Koller waren zahlreiche Solothurner Richter, Politiker und Amtschefs vertreten. Es fehlten aber auch prominente Autoren, etwa Bischof Felix Gmür oder alt Ständerat Eugen David (St. Gallen). Ihr Vorteil: Sie mussten die 1,6 Kilogramm schwere Festgabe nicht heimtragen.

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