Ein Inserat, geschaltet am Freitag in den Printausgaben von Solothurner Zeitung, Grenchner Tagblatt, Oltner Tagblatt und den Online-Portalen, unterstützt die drei bisherigen Regierungsräte Remo Ankli (FDP), Roland Fürst (CVP), Roland Heim (CVP) sowie die beiden Regierungsratskandidatinnen Marianne Meister (FDP) und Brigit Wyss (Grüne). Die drei weiteren Kandierenden, namentlich Susanne Schaffner von der SP, aber auch Manfred Küng (SVP) und Nicole Hirt (GLP) haben in diesem Szenario das Nachsehen.

Wer sich eine solche Regierung wünscht, bleibt im Dunkeln. Die unbekannte Gruppe nennt sich im Inserat «Aktion Jamaika-Koalition». Dies in Anlehnung an die in deutschen Wahlkämpfen der 90er-Jahre geprägte Bezeichnung für die Koalitionen zwischen den Unionsparteien CDU/CSU (schwarz), der FDP (gelb) sowie den Grünen. Die Benennung «Jamaika-Koalition» erklärte sich vor allem aus der Assoziation der Farben. In Solothurn sind die «Schwarzen» heute «orange» und die «Gelben» haben sich für «blau» entschieden.

Während die Urheberschaft des Inserats ein Rätsel bleibt, scheint immerhin klar zu sein, wer nicht dahinter steht. Auf Anfrage dieser Zeitung dementierten die Präsidenten von FDP, CVP und Grüne vom Erscheinen eines solchen Inserats im Vorfeld etwas gewusst oder dieses gar initiiert zu haben. Namentlich die Grünen distanzieren sich laut Präsident Felix Wettstein auch von der «inhaltlichen Botschaft». Bei den Kantonsratswahlen hätte seine Partei in sämtlichen Amteien Listenverbindungen mit der SP. Und obwohl für die Regierungsratswahlen keine formelle Unterstützung bestehe, fühlen sich die beiden Parteien dennoch eng verbunden.

Kein bürgerlich-grünes Päckli

Weit von sich weisen CVP, FDP und Grüne damit auch die Idee, ein «Päckli» zu schnüren. In die Welt gesetzt hat diese Vermutung SVP-Mann Roman S. Jäggi auf seiner Online-Plattform «soaktuell» – und das schon am Donnerstagnachmittag. Ein solch bürgerlich-grüne Päckli richte sich, so Jäggi, gegen den «hervorragenden Wahlkampf» von SP-Kandidatin Susanne Schaffner und wolle zudem die SVP in der Regierung verhindern. SVP-Präsident Silvio Jeker erklärte am Freitag diese Spekulationen von Parteikollege Jäggi damit, dass seine Partei bereits am Donnerstag darüber informiert gewesen sei, dass am Freitag besagtes Inserat geschaltet werden soll. Ein Inserat freilich, bei dem sich nur mit viel Phantasie ein «Päckli» zwischen FDP, CVP und Grünen konstruieren lässt. Silvio Jeker unterstrich überdies, dass auch seine Partei mit dem Inserat nichts zu tun habe.

Tatsache ist, dass die «Aktion Jamaika-Koalition die beiden pointiert links (Susanne Schaffner) und rechts (Manfred Küng) politisierenden Kandidaten ausschliesst.