Wahlen Solothurn 2021
«Helvetia ruft!» analysiert Frauenanteil der Listen und schätzt Chancen der Kandidatinnen ein

Die Wahlen 2021 werden von der Aktion «Helvetia ruft!» begleitet, die Frauen in der Politik fördern möchte. Die Verantwortlichen haben die eingereichten Listen der Parteien unter die Lupe genommen und auf deren Frauenanteile überprüft.

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Im Kantonsrat sind es in der aktuellen Legislatur 27 Frauen. (Archiv)

Im Kantonsrat sind es in der aktuellen Legislatur 27 Frauen. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Am 7.März 2021 wird im Kanton Solothurn neben der Regierung auch der Kantonsrat neu gewählt. 27 Sitze im aktuellen Kantonsparlament sind von Frauen besetzt.

«Das sind zu wenig Frauen» findet «Helvetia ruft!», eine Bewegung der «alliance F», Dachverband der Schweizer Frauenorganisationen. Sie stellte schon im Herbst ihre Forderungen nach mehr Frauen im Parlament. Hat es mit den guten Listenplätzen geklappt? Wie stehen die Chancen bei den Wahlen?

Um diese Fragen zu beantworten hat «Helvetia ruft!» die Listen der Kantonsratswahlen analysiert.

Diese Auffälligkeiten wurden festgestellt:

  • SVP: Derzeit im Kantonsrat vertreten ist die Partei durch 3 Frauen und 15 Männer. Auf den eingereichten Listen beträgt der Frauenanteil 19%. «Die Listen sind so gestaltet, dass Frauen auch die schlechteren Nachrückenden-Chancen haben», so «Helvetia ruft!». Eine Ausnahme gebe es jedoch: In der Amtei Olten-Gösgen, die derzeit sechs Männer stellt, seien Frauen so platziert, dass bei einem Rücktritt oder Sitzgewinn eine Frau zum Zug kommen könnte. 
  • FDP: 3 Frauen und 24 Männer sind in der aktuellen Legislatur für die Freisinnigen im Kantonsrat. Der Frauenanteil beträgt also 11%. Mit Karin Büttler (Laupersdorf) tritt eine Bisherige nicht wieder an zur Wahl. Unter den Kandidierenden für die nächste Legislatur sind 25 Prozent Frauen. «Nur in einem Wahlkreis (Thal-Gäu) kandidiert eine Frau an der Spitze, einzig in Solothurn-Lebern fällt die Listengestaltung so aus, dass Frauen zumindest egalitäre und nicht schlechtere Chancen haben, bei einem Sitzgewinn zum Zug zu kommen oder auf dem ersten Ersatzplatz zu landen.»
  • GLP: Eine Frau und zwei Männer sind aktuell für die Grünliberalen im Kantonsrat. «Auch ihr Frauenanteil auf den Listen ist mit 24% unterdurchschnittlich», schreibt die Bewegung in ihrer Analyse. Positiv steche Bucheggberg-Wasseramt heraus mit einem Frauenanteil von 44% und einer chancengleichen Listengestaltung. Negativ-Beispiel ist die Liste in Thal-Gäu, welche mit einer Frau auf den hinteren Plätzen antritt.
  • CVP: 6 Frauen und 11 Männer politisieren für die CVP im Kantonsparlament, was einem Frauenanteil von 35% entspricht. Auf den Listen sind jedoch nur 28 % Frauen vertreten. Nur in Bucheggberg-Wasseramt und Dorneck-Thierstein beträgt der Frauenanteil 35% resp. 46%, in letztgenanntem Wahlkreis haben Frauen die leicht besseren Wahlchancen. In den anderen Wahlkreisen fallen die Frauen ab: Männer besetzen Spitzenpositionen und bessere Listenplätze und stellen das Gros der Kandidierenden.
  • EVP: Ein Mann besetzt den Sitz der EVP im Kantonsrat. Auf ihren Listen kandidieren im Schnitt 34% Frauen, die Spitzenplätze sind stets mit Männern besetzt. «Die Listengestaltung ist darüber hinaus aber immerhin ausgewogen», so das Verdikt.
  • SP: 8 Frauen und 14 Männer (Frauenanteil 36%) politisieren für die SP im Parlament. Was die Kandidaturen betrifft: 41 Frauen und 55 Männer (Frauenanteil 43%) sind auf den Listen der SP zu finden. Und wie steht es um die Wahlchancen? Diese sind über alle Wahlkreise ausgeglichen, in Thal-Gäu sind die Frauen, in Solothurn-Lebern die Männer im Vorteil.
  • Grüne: Als «Positivbeispiel» nennt «Helvetia ruft!» die Grünen (inkl. Junge Grüne), welche mit 39 Frauen und 40 Männern antreten. «Auf all ihren Listen haben die Kandidatinnen aufgrund der Platzierung die gleich guten oder besseren Wahlchancen als die Kandidaten.» 

(mgt/ldu)

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