Für die Wähler ist es der grosse Zahltag. Für die Wahlbüros ist es der grosse Zähltag. 45 Personen sind morgen allein in der Stadt Solothurn aufgeboten, die Stimmcouverts auszuzählen. 24 zusätzliche Helfer speisen die Resultate an 12 Computern in die kantonale Datenbank. Zu zweit «töggeln» sie die Ergebnisse aller Kandidaten ein. Stadtschreiber Hansjörg Boll rechnet mit viel Arbeit: Noch nie seien im Vorfeld so viele Couverts bei ihm eingegangen, sagt Boll, der zum dritten Mal die Kantons- und Regierungsratswahlen in der Stadt betreut. Bereits heute werden die Couverts geöffnet. Gezählt wird morgen Sonntag.

Ob es an der hohen Kandidatendichte in der Stadt liegt oder einem politisch interessierten Völklein: Andernorts ist die Zahl der eingegangenen Couverts tiefer. «Der Rücklauf ist nur leicht höher als bei einer normalen Abstimmung», sagt Rüttenens Gemeindeschreiber Franz Lüthi. «Sicher nicht weniger als sonst», heisst es in Oensingen und Bettlach.

Notfalls die Rollläden runter

Genaue Zahlen hat Balsthals Gemeindeschreiber Bruno Straub: 1100 Stimmbürger hatten ihr Couvert gestern Morgen bereits eingeworfen – knapp 30 Prozent. Laufend gezählt werden die eingegangenen Couverts in Zuchwil: «Jetzt haben wir exakt 30,0 Prozent», sagte Gemeindeschreiber Felix Marti gestern um 11 Uhr. «Das ist an der unteren Grenze.»

Höher als üblich ist die Zahl der Stimmenzähler auch in Zuchwil: 25 sind im Einsatz. Die Verpflegung ist bereits organisiert. Denn egal wie lange das Auszählen dauert: Niemand darf nach Hause, bevor nicht alle Stimmen ausgezählt sind. «Die Zeit steht absolut nicht im Vordergrund», sagt Marti. «Oberstes Prinzip ist die korrekte Arbeit.» Notfalls lässt Marti die Rollläden runter, wenn wie vor vier Jahren bereits am frühen Nachmittag erste Kandidaten vor dem Wahllokal stehen, um ihr Resultat persönlich zu erfahren. Um 15 Uhr könnten die Stimmen ausgezählt sein, schätzt Marti. Ein klares Ziel hat Hansjörg Boll: Er hofft, dass um 16 Uhr alle Stimmen in der Stadt ausgezählt sind.

Doch nach den Wahlen ist vor den Wahlen: Viele Gemeindeschreiber blicken bereits jetzt auf den 14. April. Dann steht mit den Gemeindewahlen und dem zweiten Wahlgang für den Regierungsrat der nächste Grossanlass auf dem Programm. (lfh)