«Nie wieder AKW»
Wahl von Alpiq-Verwaltungsrat ist «Affront gegenüber der Bevölkerung»

Die Solothurner Regionalgruppe von «Nie wieder Atomkraftwerke» kritisiert die Regierung harsch für deren Entschei, Heinz Saner in den Verwaltungsrat von Alpiq zu schicken.

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Die Solothurner Regierung hat einen neuen Verwaltungsrat für die Alpiq ernannt.

Die Solothurner Regierung hat einen neuen Verwaltungsrat für die Alpiq ernannt.

Oltner Tagblatt

Der 59-jährige Oltner Rechtsanwalt und Notar Heinz Saner, der von der Solothurner Regierung als ihr Vertreter im Alpiq-Verwaltungsrat vorgeschlagen wird, ist heute als privater Unternehmensberater im Bereich Energie und Recht tätig.

Die Alpiq ist Heinz Saner nicht fremd. Im Gegenteil: Er war von 1988 bis 2011 beim Oltner Stromkonzern tätig, zuerst bei der Atel und nach deren Fusion mit der Energie Ouest Suisse (EOS) im Jahre 2009 bei der Alpiq.

Vor seinem Abgang bei der Alpiq vor rund fünf Jahren leitete Heinz Saner als Geschäftsleitungsmitglied den Funktionsbereich «Management Services». Er verliess das Unternehmen 2011 als Opfer einer Reorganisation, die bei der Alpiq unter anderem zur Folge hatte, dass Saners Funktionsbereich mit einem anderen («Business Development») zusammengelegt wurde. Nach seinem Austritt blieb Saner noch eine Zeit lang durch Verwaltungsratsmandate (a.en, Avag, Kernkraftwerk Gösgen) mit der Alpiq verbunden.

Heinz Saner

Heinz Saner

zvg

Saners Vergangenheit beim Oltner Stromkonzern ruft nun hinsichtlich seiner Vertretung im Alpiq-Verwaltungsrat Kritiker auf den Plan. Die von SP-Nationalrat Philipp Hadorn präsidierte Solothurner Regionalgruppe «Nie wieder AKW» (NWA) wirft der Solothurner Regierung «fehlendes Fingerspitzengefühl» vor.

Bereits Christian Wanner habe die Risiken für den Finanzhaushalt, die Bevölkerung und die Zukunftshypothek mit der offenen Entsorgungsfrage des hochgefährlichen Atommülls verkannt. «Jetzt, mit Saner einen Vertreter der missratenen AKW-Strategie für den Alpiq-Verwaltungsrat zu bestimmen, der seit 28 Jahren (!) am Geldtopf von AKW-Betreibern hängt, ist ein Affront gegenüber der Bevölkerung», betont Hadorn in einer Mitteilung.

Darin werden auch Zweifel geäussert, dass Saner die Interessen der Solothurner Bevölkerung und des Kantons punkto Versorgungssicherheit und Haftung für Ausstieg, Stilllegungs- und Entsorgungskosten gegenüber den Verantwortlichen wahrnehmen werde. Es stehe nämlich im Raum, dass die Anstrengungen der Alpiq zur Risikoabwälzung an den Staat ebenfalls von Saner mitgeprägt worden seien. «Eine Wahl Saners wird das letzte Restvertrauen der besorgten Solothurner Bevölkerung gegenüber den AKW-Betreibern in Argwohn und Zorn wenden», erwartet Hadorn. Noch könnte die Solothurner Regierung eine Korrektur vornehmen, bemerken die AKW-Gegner in ihrem Communiqué abschliessend. (bn)