Lohn-Affäre
VPOD ist vor allem über Beat Kächs Verhalten bestürzt

«Zuerst soll die Pensionskasse zeigen, dass sie verantwortungsvoll arbeiten kann, bevor Lohnerhöhungen gewährt werden», fordert die Gewerkschaft VPOD. Sie ist entrüstet über die Lohnerhöhungen und schiesst scharf gegen den Präsidenten des Staatspersonalverbandes.

Lucien Fluri
Merken
Drucken
Teilen
Ins Visier des VPOD gerät insbesondere Beat Käch, Präsident der Verwaltungskommission der Pensionskasse, FDP-Kantonsrat und langjähriger Präsident des Staatspersonalverbandes.

Ins Visier des VPOD gerät insbesondere Beat Käch, Präsident der Verwaltungskommission der Pensionskasse, FDP-Kantonsrat und langjähriger Präsident des Staatspersonalverbandes.

bar

Die Entrüstung ist von links bis rechts gross, seit diese Zeitung vergangene Woche aufgedeckt hat, dass der Chef der Pensionskasse auf einen Schlag drei Lohnklassen (bis zu 27'000 Franken) aufsteigen soll.

Gründe für den Unmut gibt es einige: Schliesslich muss der Steuerzahler das Millidardenloch der Kasse ausfinanzieren.

Und 2015 wurden aus unerfindlichen Gründen gar 3 Millionen Franken Risikobeiträge zu wenig eingezogen.

Jetzt rufen die Vorgänge auch den VPOD Aargau-Solothurn, die Gewerkschaft des Personals öffentlicher Dienste, auf den Plan.

Der Verband ist «bestürzt». Ins Visier des VPOD gerät insbesondere Beat Käch, Präsident der Verwaltungskommission der Pensionskasse, FDP-Kantonsrat und langjähriger Präsident des Staatspersonalverbandes. Nicht von ungefähr: Der Staatspersonalverband ist der mächtige Konkurrent des VPOD im Kampf um die Interessenvertretung der Staatsangestellten.

Aus der Presse erfahren

«Bei Beat Käch stellt sich die Frage, wie viele Rollen und Hüte einer haben kann», sagt VPOD-Co-Präsidentin Fränzi Burkhalter. Es sei «besonders stossend», dass Käch als Präsident des Staatspersonalverbandes die Lohnerhöhung mitgetragen habe.

«Offensichtlich hatte er bei diesen Entscheidungen nicht das Wohl der grossen Mehrheit der Kantonsangestellten im Auge», so der VPOD. Denn die Lohnerhöhungen würden die Verwaltungskosten in die Höhe treiben. «Diese Entscheide führen zu weniger hohen Rentenauszahlungen bei zukünftigen Rentnerinnen und Rentner.»

Stossend ist für den VPOD auch, dass die Staatsangestellten aus der Presse erfahren mussten, was bei der Pensionskasse geschieht. «Der Präsident der Verwaltungskommission informierte nicht offen über alle Vorkommnisse.» Er habe jeweils nur bestätigt, was Recherchen bereits gezeigt hätten. «Die Art und Weise der (Nicht-)Kommunikation unterstützt diese Unsicherheit und schürt Ängste.»

«Kann man noch vertrauen?»

«Wie sollen die Kantonsangestellten einer solchen Führung ihrer Pensionskasse noch vertrauen?», lautet das Fazit einer gestern verschickten Medienmitteilung. «Zum einen werden Fehler in der Führung der Pensionskasse gemacht und dennoch werden massive Lohnerhöhungen gefordert».

Dies sei schlicht unverständlich. «Die Befürchtung, dass die Verwaltungskosten bei einer eigenständigen Kasse steigen würden, bewahrheitet sich nun.»

Und mit einer Spitze gegen den politischen Gegner hält der Verband fest: Es erstaune, dass ein Gremium, das von FDP-Mitgliedern dominiert werde, die Lohnerhöhung genehmigt hat.
Der VPOD fordert eine umfassende Klärung aller Vorfälle. Auf Rücktrittsforderungen an Beat Käch oder PK-Chef Reto Bachmann verzichtet der VPOD allerdings. «Das können wir formal nicht», so Co-Präsidentin Burkhalter.

Handelskammer und Mitte-Rechts-Parteien fordern, dass die 3 Millionen Risikobeiträge, deren Erhebung 2015 versäumt wurde, nachträglich zu zahlen sind. Dies lehnt der VPOD ab. Man werde sich vehement gegen eine nachträgliche Einforderung wehren, heisst es. Der VPOD ist überzeugt: Insgesamt hat die Eigenständigkeit der Kasse schon zu mehr als genug «Verschlechterungen für die Mitarbeitenden» geführt.