Solothurner Zivilschützer
Vorstand beantragt, Zivilschutz-Verband aufzulösen

Gemunkelt wurde schon lange, jetzt ist klar: Der Vorstand will den kantonalen Zivilschutzverband auflösen. Dessen Präsident Willy Hafner, der versucht hat, den Vorstand nochmals auf Touren zu bringen, ist enttäuscht.

Sven Altermatt
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Die Zahl der Zivilschutz-Organisationen im Kanton ist laut Willy Hafner in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.(Archiv)

Die Zahl der Zivilschutz-Organisationen im Kanton ist laut Willy Hafner in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.(Archiv)

zvg

Die Geschichte beginnt mit Worten der Hoffnung: «Ich bin zuversichtlich, dass es mit dem Verband nun wieder gut kommt», sagte Willy Hafner, Präsident des kantonalen Zivilschutzverbandes, vor knapp einem Monat. Näher wollte er damals gegenüber dieser Zeitung nicht Stellung nehmen zu «internen Strukturdiskussionen». Dabei liessen mehrere vorstandsnahe Quellen keine Zweifel daran: Bereits im Mai sollen die Delegierten über die Auflösung des Verbandes abstimmen. Das beweist auch ein Dokument, das dieser Zeitung vorliegt. Damit konfrontiert, bestätigt Präsident Hafner nun: Der Vorstand stellt den Antrag, den Verband aufzulösen.

Präsident Willy Hafner

Präsident Willy Hafner

Immerhin: Geht es nach den Plänen des Vorstands, soll nach der Auflösung eine Plattform geschaffen werden, auf der sich die regionalen Organisationen weiterhin vernetzen können.

Weil der Zivilschutzverband seinen Aufgaben nicht mehr nachkam, musste die Führung immer wieder harsche Kritik einstecken. Das kantonale Amt für Militär und Bevölkerungsschutz strich dem Verband die Beiträge und zog sich aus dem Vorstand zurück. 2013 übernahm Willy Hafner dann das Präsidium, gewissermassen als Retter in der Not. Doch der Neustart wollte nicht gelingen, zuletzt wuchs auch an der Basis der Widerstand.

Hafner ärgert besonders, dass Infos aus dem Vorstand bereits nach aussen gedrungen sind. «Eigentlich wollten wir zuerst die Delegierten in einem Brief über die Pläne informieren», sagt er. «Ich bin enttäuscht, dass Interna als Erstes bei der Presse landeten.» Der frühere CVP-Kantonsrat hat versucht, den Verband nochmals auf Touren zu bringen. Dass er von Delegierten dafür auch gelobt wird, dürfte für ihn jedoch nur ein schwacher Trost sein.

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