Amtsgericht
Vor Kindern onaniert: Exhibitionist zu 8 Monaten verurteilt – er bleibt im Wohnheim

Ein Mann, der mehrfach sein Geschlechtsteil präsentierte und auch vor Kindern onanierte, wurde vom Amtsgericht Solothurn-Lebern zu einer unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt. Der 24-Jährige bleibt aber im Wohnheim.

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Der heute 24-jährige Exhibitionist vor dem Amtsgericht.

Der heute 24-jährige Exhibitionist vor dem Amtsgericht.

TeleM1

Vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern musste sich am Montag ein heute 24-jähriger Mann wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfachen Exhibitionismus sowie Drohung und weiteren Punkten verantworten.

Der schlimmste Vorfall geschah 2012 an einem Nachmittag kurz vor Weihnachten. Damals onanierte der Angeklagte auf dem Spielplatz bei den Grederhöfen in Bellach. Es sei reiner Zufall gewesen, dass Kinder da gewesen sein, sagte er vor Gericht, wie TeleM1 berichtet.

Das nahm ihm Staatsanwalt Marc Finger aber nicht ab. Der Zufall, dass sich Kinder dort aufgehalten hätten, habe darin gegipfelt, dass der Mann bewusst und gezielt vor den Kindern sexuelle Handlungen vorgenommen und damit die Kinder in seine Handlungen miteinbezogen habe.

2014 präsentierte der Angeklagte dann am Bahnhof Selzach sein Geschlechtsteil jungen Frauen. Seit einer Mutprobe als 13-Jähriger habe er einfach den Drang, sich zu entblössen, gab der Angeklagte den Grund für seine Taten an.

Der Staatsanwalt forderte eine Gefängnisstrafe von 1,5 Jahren, die zugunsten einer stationären, therapeutischen Massnahme aufgeschoben werden sollte. Das ging dem Verteidiger aber zu weit, denn Exhibitionismus sei eine Krankheit. Er forderte die bisherige, gut funktionierende Behandlung weiterzuführen. Der Angeklagte erhält Medikamente und befindet sich in einem Wohnheim.

Das Amtsgericht verurteilte den 24-Jährigen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten. Die Strafe wird aber zugunsten der ambulanten Massnahme aufgeschoben. Damit bleibt der Mann weiterhin im Wohnheim. (ldu)