Das Kriminalgericht Luzern sprach den heute 51-Jährigen aus dem Kanton Solothurn wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfacher Pornografie und weiterer Delikte schuldig. Es verhängte eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten, bei einer Probezeit von vier Jahren. Da das Gericht die Rückfallgefahr immerhin als «mässig» einstufte, weitete es die vom Kanton Solothurn bereits 2015 gegen den Lehrer ausgesprochene Berufssperre aus: Er darf zusätzlich keine ausserberuflichen oder ehrenamtlichen Aktivitäten im Umfeld von Kindern unter 16 Jahren ausüben. Er muss sich einer weiteren Therapie unterziehen und untersteht der Bewährungshilfe. Verschärfend wirkte sich aus, dass er sich 2016 im Kanton Zürich mehrfach als Freiwilliger in der Jugendarbeit betätigt hatte.

Viermal am gleichen Tatort

Viermal, zwischen 2006 und 2012, war der Mann jeweils in den frühen Morgenstunden in ein Pfadiheim in Reiden eingedrungen, das er von früheren Lageraufenthalten kannte. Im Mädchen-Schlafraum zog er sich nackt aus, öffnete das Fenster als Fluchtweg, kroch auch zwischen den schlafenden Mädchen umher, betatschte diese und masturbierte schliesslich vor den wach gewordenen und erschreckten Mädchen. Das immer gleiche Vorgehen veranlasste die Polizei schliesslich dazu, dem Täter eine Videofalle einzurichten – mit mässigem Erfolg, doch immerhin konnte 2012 beim vierten Vorfall DNA-Material sichergestellt werden.

Zuletzt in Lostorf tätig

Die Schlinge um den Hals des zuletzt in Lostorf wirkenden Lehrers zog sich aber erst 2014 zu: Im Zusammenhang mit dem Einkauf von kinderpornografischem Material, das der Mann mit seiner Kreditkarte bezahlt hatte. Die kanadischen Behörden informierten ihre Schweizer Kollegen, worauf die Solothurner Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnete und dem Mann eine Speichelprobe abnahm. Darauf zeigte sich: Die DNA stimmte mit jenen Spuren überein, die 2012 vom Kinderschreck von Reiden hatten sichergestellt werden können. Bei der Hausdurchsuchung wurde beim Lehrer kinderpornografisches Material in Massen festgestellt.

In der zweimonatigen Untersuchungshaft legte der in Lostorf sogleich fristlos Entlassene ein umfassendes Geständnis ab (wir berichteten). Dass die Luzerner Behörden den Mann Anfang 2015 wieder auf freien Fuss setzten, sorgte für Schlagzeilen im Schweizer Blätterwald. Zumal damals die Diskussionen um ein Berufsverbot für Pädophile heiss liefen. Die Behörden erklärten die Freilassung damit, dass weder Flucht-, noch Verdunkelungs-, noch Wiederholungsgefahr bestehe. (ums.)