«Opfer gestorben», teilte die Kantonspolizei Solothurn im Juli 2010 mit. Das «Opfer» war ein Rentner, der in seinem Haus in Metzerlen-Mariastein von Einbrechern zusammengeschlagen worden war. Seine Ehefrau fand ihn an einem Sonntagabend im März, als sie das gemeinsame Bauernhaus betrat. Dort sah sie ihren Mann verletzt am Boden liegen. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Spital eingeliefert. Rund zwei Monate später verstarb er aufgrund der Folgen. Es liege ein Gewaltverbrechen vor, teilte die Polizei weiter mit. Und die Staatsanwaltschaft ermittle.

Heute, acht Jahre später, ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Inzwischen wurden aber zwei mutmassliche Täter des tödlichen Raubüberfalls festgenommen, wie die Solothurner Staatsanwaltschaft mitteilt. Einer wurde bereits 2011 ausfindig gemacht. Der Zweite wurde im April dieses Jahres verhaftet.

Neue Verhaftung in Metzerlen

Neue Verhaftung in Metzerlen

Von Frankreich ausgeliefert

Der erste Tatverdächtige sass 2011 laut der Staatsanwaltschaft in Frankreich hinter Gittern. Dies aber in einem anderen Zusammenhang, wie Cony Zubler, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage erklärt. Sechs Jahre später wurde der 41-jährige Serbe an die Schweiz ausgeliefert. Seit Februar 2017 sitzt er in Untersuchungshaft.

Was in der Zeitspanne bis 2017 geschah, kann die Staatsanwaltschaft nicht genauer kommunizieren, da derzeit noch Ermittlungen laufen. «Genaueres zu den Zwischenschritten während der Ermittlungen können wir nicht mitteilen», so Zubler. «Auf jeden Fall hat sich in dieser Zeit der Verdacht auf den ersten Tatverdächtigen und später auch auf den zweiten erhärtet, welcher nun in Holland verhaftet werden konnte.»

Teil einer grösseren Bande

Die Strafverfolgungsbehörden konnten den zweiten Verdächtigen im April dieses Jahres in den Niederlanden festnehmen. Aus ermittlungstaktischen Gründen kann die Staatsanwaltschaft auch noch keine genaueren Angaben zu dieser Person machen. Diese habe man auch noch nicht detailliert mit allen Vorwürfen und Beweisen konfrontieren können, so Zubler. Der zweite Verdächtige befindet sich auch noch nicht in der Schweiz. «Derzeit warten wir noch auf einen Auslieferungs-Entscheid. Das entsprechende Gesuch hat das Bundesamt für Justiz aber bereits gestellt.»

Die Staatsanwaltschaft hat zudem Hinweise, dass die beiden Tatverdächtigen einer international tätigen Organisation angehört, welche üblicherweise Raubüberfälle auf Juweliergeschäfte begehe. So gehen die Ermittler davon aus, dass noch mindestens eine weitere Person am tödlichen Raubüberfall 2010 beteiligt war.