Energiegesetz
Vor 20 Jahren galten Elektroheizungen als umweltfreundlich

Mit dem neuen Energiegesetz könnten Elektroheizungen bald verboten werden. Die Heizungen sind ein regelrechter Stromfresser und machen im Winterhalbjahr gut 10 bis 15 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus.

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Im Kanton Solothurn gibt es rund 5 400 Elektroheizungen. (Symbolbild)

Im Kanton Solothurn gibt es rund 5 400 Elektroheizungen. (Symbolbild)

Keystone

Werden Elektroheizungen zu Recht als Stromfresser bezeichnet? Ja, bestätigt das Bundesamt für Energie (BFE). Die 230 000 Elektroheizungen in der Schweiz machen gemäss BFE während des Winterhalbjahres satte 10 bis 15 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus.

Im Kanton Solothurn wird die Zahl der Elektroheizungen auf 5400 geschätzt. Noch vor zwei Jahrzehnten wurden Hauseigentümer von ihrem Stromanbietern aufgefordert, Elektroheizungen einzubauen.

Diese würden kaum CO2-Emissionen verursachen und seien deshalb gut für die Umwelt. Wenn man davon ausgeht, dass Elektrizität in der Schweiz nur aus Wasser und Kernkraft gewonnen wird, kann eine Elektroheizung tatsächlich als CO2-neutral bezeichnet werden.

In Wirklichkeit ist die Schweiz aber im europäischen Stromverbund eingebettet. Und überhaupt: Mit dem zunehmenden Elektrizitätsbedarf ist Strom ein zu wertvoller Energieträger geworden, um ihn «zu verheizen».

Die Kantone Bern, Genf und Neuenburg haben sich bereits für ein Verbot von Elektroheizungen ausgesprochen. Im Kanton Freiburg wurde ein solches 2012 vom Volk knapp abgelehnt. Und auch die Konferenz der kantonalen Energiedirektoren fordert in ihrem Aktionsplan ein gänzliches Verbot neuer Elektroheizungen und eine Ersatzpflicht für bestehende Elektroheizungen.

Abhilfe dank Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe kann Abhilfe schaffen. Eine solche verbraucht rund dreimal weniger Strom. Das BFE will die Anzahl der Wärmepumpen-Heizungen bis 2020 auf rund 400 000 Stück verdreifachen. Wärmepumpen nutzen die Wärme der Aussenluft oder die Wärme im Erdreich. Allerdings ist der Ersatz von Elektroheizungen durch moderne Wärmepumpen derzeit noch ziemlich teuer.

Der Ersatz ist laut Energieexperten vor allem dann sinnvoll, wenn gleichzeitig das ganze Haus isoliert wird. Die meisten Häuser mit Elektroheizungen wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren gebaut. Würde eine Elektroheizung in einem solchen Haus ohne Isolation ausgetauscht, müssten sehr grosse Wärmepumpen-Heizungen eingesetzt werden. Allein für den Einbau einer Erdwärmepumpe in einem Einfamilienhaus muss laut Fachleuten mit Kosten von rund 40 000 Franken gerechnet werden. (sva)

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