Streit
vonRoll infratrec muss Domainnamen an Von Roll abtreten

In einer juristischen Auseinandersetzung zwischen dem Industriekonzern Von Roll Holding AG und der Industrieguss-, Infrastruktur- und Informatikgruppe vonRoll infratec hat Von Roll einen Sieg davon getragen.

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Ein Hydrant der vonRoll infratec. (Archiv)

Ein Hydrant der vonRoll infratec. (Archiv)

Keystone

Beide Konzerne waren im Verlaufe der 1990-er und 2000-er Jahre aus dem ehemaligen Schweizer Stahlkonzern von Roll hervorgegangen. Nach mehreren Umstrukturierungen, Verkäufen und Abspaltungen wird das Erbe des einstigen Schweizer Vorzeigekonzerns seither von zwei eigenständigen, breit diversifizierten Firmengruppen weitergeführt.

Streit dreht sich um Begriffe Water und Aqua

Trotz eines umfangreichen Vertragswerks über die Verwendung der Namensrechte waren sich die beiden Gruppen wegen Domain- und Firmennamen in die Haare geraten. Dabei ging es um die Verwendung des Begriffs Water beziehungsweise Aqua.

Nach einer rund eineinhalbstündigen Verhandlung am 29. April fällte die Zivilkammer des Obergerichts Solothurn diese Woche ihr Verdikt. Es fällt vollumfänglich zugunsten von Von Roll aus, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil hervorgeht.

Einer Klage statt gegeben - zwei Klagen abgewiesen

Das Gericht gab einer Von Roll-Klage statt und verknurrte die vonRoll infratec-Tochter vonRoll itec AG dazu, die Domainnamen vonroll-water.ch, vonroll-water.com, vonroll-aqua.ch und vonroll-aqua.com vorbehalts- und entschädigungslos an Von Roll zu übertragen.

Auf der anderen Seite wies die Zivilkammer zwei Klagen von anderen vonRoll infratec-Töchtern gegen Von Roll ab. In diesen Klagen war verlangt worden, dass Von Roll die Namen Von Roll Water Holding AG und Von Roll Water nicht mehr benützen darf.

Die Dreifachniederlage kommt vonRoll infratec teuer zu stehen. Die der Verliererin auferlegten Gerichtskosten und Parteienentschädigungen belaufen sich auf 99'000 Franken. Der Entscheid kann innerhalb von 30 Tagen beim Bundesgericht mit einer Beschwerde angefochten werden.

Urteil wird ziemlich sicher weitergezogen

Thomas Baumberger, einer der beiden Anwälte, die vonRoll infratec vertraten, geht davon aus, dass das Urteil weitergezogen wird. Es handle sich um ein erstinstanzliches Urteil, das vom Bundesgericht als zweite Instanz noch einmal überprüft werden solle, sagte er am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.