Serra M. wurde des Geldes wegen von ihrer Mutter an die Sekte von Adnan Oktar verkauft. Als 18-Jährige sollte sie den Sekten-Führer heiraten, wie sie gegenüber «20 Minuten» berichtete. Laut dem Bundesamt für Polizei fällt das Delikt unter kantonale Zuständigkeit. Ein Verfahren läuft derzeit noch in keinem Kanton. 

Die Solothurner Staatsanwaltschaft hat aus den Medien von dem Fall erfahren. Eine Anzeige liegt derzeit nicht vor. «Und es wird zu prüfen sein, ob und allenfalls welcher Kanton zuständig sein wird», so Mediensprecherin Cony Zubler. «Es gilt nun abzuklären, ob in diesem Zusammenhang Hinweise vorliegen, welche einen  Anfangsverdacht für allfällige strafbare Handlungen im Kanton Solothurn begründen würden.» Danach könne entschieden werden, ob und welche weiteren Schritte einzuleiten seien.

Hat sich die Mutter, indem sie ihre Tochter verkaufte, etwa des Menschenhandels strafbar gemacht? Welche Delikte in Frage kommen könnten, lässt sich laut Staatsanwaltschaft derzeit nicht einschätzen. Dies auch aus dem Grund, weil das Protokoll der Befragung durch die Polizei – Serra M. flog nach der Festnahme von Adnan Oktar letzte Woche für eine Aussage in die Türkei – der Solothurner Behörde nicht vorliegt.

Die 15-Jährige wohnte nach ihrem Aufenthalt in Istanbul einige Jahre bei ihrem Vater in den Emiraten, bevor sie wieder zu ihrer Mutter in die Schweiz zog. Als diese ihre Tochter erneut zum Sekten-Guru schicken wollte, wandte sich Serra M. an eine Schulsozialarbeiterin; diese wiederum bei der KESB. Derzeit wohnt die Jugendliche in einer Institution für betreutes Wohnen im Luzernischen. (ldu)