Kanton Solothurn
Vom Steueramt getroffene Massnahmen kommen «in dieser Krisensituation sehr gut an»

Corona-bedingte Steuererlasse und erstmals online Steuererklärungen: 2020 hält für das Steueramt einiges bereit.

Noëlle Karpf
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Mit Massnahmen und Hilfestellungen versuchte das Steueramt des Kantons, bei von der Krise finanziell stark betroffenen Steuerpflichtigen den Druck wegzunehmen.

Mit Massnahmen und Hilfestellungen versuchte das Steueramt des Kantons, bei von der Krise finanziell stark betroffenen Steuerpflichtigen den Druck wegzunehmen.

Mario Heller

Freudensprünge macht wohl niemand, wenn die Steuererklärung im Briefkasten liegt. Dieses Jahr dürfte die Post vom Steueramt einige zusätzlich schwer im Magen liegen; weil sie auf Grund der Krise finanzielle Sorgen haben. Trotz der Krise laufe der Betrieb im kantonalen Steueramt reibungslos, berichtet Amtsleiter Thomas Fischer.

Das Steueramt kommt denjenigen, deren Einkommen sich auf Grund der Krise verändert, entgegen. Einerseits wird niemand gemahnt, weil er oder sie die Steuererklärung bis Ende März noch nicht eingereicht hat. Das Steueramt hat die Einreichfrist kostenlos bis Ende Juli verlängert; bis Ende März haben trotzdem gut 48'000 Steuerpflichtige ihre Bringschuld schon erbracht.

Andererseits gibt es auch, was das Bezahlen der Steuern angeht, einige Erleichterungen. In Einzelfällen können Steuerzahlerinnen und -zahler etwa Ratenzahlungen beantragen; bis Ende Dezember werden keine Verzugszinsen erhoben – und wenn das nicht ausreicht, können bei Härtefällen die Steuern auch erlassen werden.

Diese Massnahmen «kommen in dieser Krisensituation sehr gut an», so Fischer. Sehr positive Rückmeldungen habe man zum Verzicht auf Verzugszinsen erhalten. «Unsere Massnahmen und Hilfestellungen haben sicherlich mitgeholfen, bei einigen von der Krise und dem teilweisen Shutdown der Wirtschaft finanziell besonders betroffenen Steuerpflichtigen etwas Druck wegzunehmen», schätzt Fischer die Lage ein.

Nur zahlenmässig ist das Ganze nicht wirklich sichtbar. So verzeichnete man laut Fischer beim Steueramt bis anhin etwa ähnlich viele Anträge auf Ratenzahlungen, wie im vergangenen Jahr. 2019 und 2020 geht es um etwas über 1600 Anträge. Ähnlich verhält es sich bei der Anzahl Zahlungsvereinbarungen, beide Jahre ebenfalls knapp 1700, und der Anträge für Stundungen, je rund 900. Dass die Nachfrage nach diesen Massnahmen nicht massiv angestiegen sind, erklärt Fischer so: Bis Mitte Mai hat das Steueramt, auf Grund der Krise, auch keine Mahnungen an Steuerpflichtige versandt – «weshalb diese auch keinen Anstoss erhielten, sich mit uns in Verbindung zu setzen.» Oder vielleicht noch nicht.

Zahlenmässig kann der Steueramt-Chef dafür festhalten: «Wir verzeichnen einen höheren Eingang von Telefon- und E-Mail-Anfragen.» Diese haben aber nicht, wie zu erwarten wäre, mit Corona zu tun – sondern mit einem anderen grossen Thema, welches das Steueramt dieses Jahr ebenfalls beschäftigt: Das ganze Informatiksystem wurde umgestellt. Und 2020 können Solothurner Steuerpflichtige zum ersten Mal die Steuererklärung mit der Software Etax online ausfüllen und auch einreichen.

Rund 40 Prozent reichen die Erklärung online ein

Bisher wurden – analog und digital – von den rund 170'000 Steuererklärungen 80'702 eingereicht. Der Anteil online abgegebener Erklärungen liegt bei knapp 40 Prozent. «Das ist ein sehr guter Wert, der mich eher überrascht», so Fischers diesbezüglicher Kommentar. Etax sei bei der Mehrheit der steuerpflichtigen Personen gut angekommen.

Fischer geht zudem davon aus, dass der Anteil online eingereichter Erklärungen gegen Ende Jahr noch sinken wird. Wer die Erklärung mit Etax online ausfüllt, kann diese nämlich auch ausdrucken und so abgeben. «Wir haben immer damit gerechnet, dass steuerpflichtige Personen, die viele Belege mit der Steuererklärung mitgeben, eher die Papierversion wählen, da sie die Belege bereits auf Papier zur Hand haben. Oder anders gesagt: Den meisten Leuten liegt das Kopieren eines Belegs näher als das Einscannen eines Belegs.» Während Fischer in einer früheren Zwischenbilanz Anfang März noch davon berichtete, dass es kurz auch «gräblet» habe auf dem Steueramt wegen Anfragen zum neuen System, so hätten die Feedbacks mittlerweile stark abgenommen. Und: Die Positiven würden die Negativen überwiegen.

Überhaupt klingen die Einschätzungen von Fischer – trotz geplanter Systemumstellung und unplanbarer Krise – recht gelassen. Auch intern seien die Mitarbeitenden gut mit der Situation und den Schutzmassnahmen umgegangen, «sodass der Betrieb – mit einigen Einschränkungen zwar – immer gewährleistet war.»

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