Kantonsrat

Vom Kampf gegen die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege

Was können Produzenten von Obst und Beeren gegen den Schädling tun? Das will die FDP wissen. Eine Lösung gibts noch nicht, wie die Debatte im Rat zeigte.

Die FDP-Fraktion im Kantonsrat spricht mit ihrer Interpellation ein Problem an, das so manchen Produzenten von Kirschen, Zwetschgen und Beeren schlaflose Nächte bereitet: Seit 2014 treibt die ursprünglich aus Asien stammende Kirschessigfliege auch im Kanton Solothurn ihr Unwesen.

Ganz besonders wohl fühlt sich der Schädling bei feuchtem und kühlem Wetter, wie das in diesem Frühling der Fall war. Dann vermehrt sich der Schädling explosionsartig, wie FDP-Sprecher und Bauernsekretär Peter Brügger (Langendorf) ausführte. «Innerhalb von einem Monat entstehen aus einem einzigen Weibchen acht Millionen reproduktionsfähige Weibchen.»

Besonders bedroht seien die Hochstammbäume im Schwarzbubenland, weil diese nicht mit Netzen gegen den Schädling geschützt werden können. «Die zuständigen Stellen auf nationaler und kantonaler Ebene sind sich des Problems bewusst», würdigte Brügger die Bemühungen. Vonseiten der Grünen hielt Felix Lang (Lostorf) fest, dass viele Obstproduzenten vor der schwierigen Entscheidung stehen, ihre Hochstammbäume zu fällen. Dadurch werde sich die Landschaft verändern.

Es braucht endlich Massnahmen

«Der Regierungsrat erkennt das Problem, eine Lösung ist schwierig und nur in Zusammenarbeit mit nationalen Forschungsanstalten möglich.» Damit fasste Beatrice Schaffner (GLP, Olten) als Sprecherin der grossen Mittefraktion die Antwort der Regierung zusammen – und ist durchaus zufrieden damit. Besonders tückisch sei die Kirschessigfliege, weil sie reife Früchte befällt. So kurz vor der Ernte dürfen die Kulturen aber nicht mehr mit Spritzmitteln bekämpft werden.

Als durchaus sinnvoll erachtet SP-Sprecher Simon Esslinger (Seewen) das Monitoring, mit dem sich der Kanton einen Überblick über die Schäden verschafft. Positiv sei auch die gute Zusammenarbeit mit den Produzenten. Trotz solcher Bemühungen drängt Fritz Lehmann (SVP, Bellach) darauf, dass sich eine Lösung abzeichnet. «Irgendwann erwarten die Produzenten brauchbare Bekämpfungsmassnahmen.»

Autor

Elisabeth Seifert

Elisabeth Seifert

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