Luterbach

Volle Auftragsbücher: Schaffner überrascht mit Rekordzahlen

Die Schaffner-Gruppe aus Luterbach wagt sich erstmals in den Bereich Langantennen. Der Markt reagiert positiv.

Die Schaffner-Gruppe aus Luterbach wagt sich erstmals in den Bereich Langantennen. Der Markt reagiert positiv.

Der Industriekonzern Schaffner mit Sitz in Luterbach verkündet den Abschluss mehrerer Aufträge von über 55 Millionen Franken. Auch dank einer Innovation.

Es ist eine Mitteilung, die erstaunt. Schaffner habe im Oktober mehrere Aufträge von insgesamt über 55 Millionen Franken im Automobil-Bereich reingeholt, verkündet der in Luterbach beheimatete Industriekonzern am frühen Dienstagmorgen. In dieser Sparte sei es das grösste Auftragsvolumen in der Geschichte der Schaffner-Gruppe, steht da zudem. Das erstaunt vor allem, weil die Aufträge aus dem Automobilsektor kommen. Der ächzt und krächzt derzeit. Geplagt vom Handelsstreit zwischen den USA und China. Gebremst von der Unsicherheit über die Zukunft der Automobilität. Hybrid, Brennstoffzelle oder Elektro – wohin geht der Weg?

Dass man ausgerechnet jetzt, in der Auto-Krise, Rekordaufträge für neue Modellplattformen von weltweit tätigen Automobilherstellern verbuche, sei einerseits das Resultat harter Arbeit in den letzten Monaten, aber in der Ballung Ende Oktober ein «zeitlicher Zufall», so Marc Aeschlimann, Geschäftsführer der Schaffner-Gruppe. Drei grosse Aufträge kämen aus Europa, einer aus Asien – die Kundennamen nennt Aeschlimann nicht.

Fünf bis zehn Prozent weniger Autos wurden dieses Jahr bisher verkauft. Aber natürlich müssen sich führende Autohersteller wie zum Beispiel Audi für die Zukunft rüsten, neue Modelle entwickeln, um wieder attraktiver zu werden oder attraktiv zu bleiben. Diese Chance hat Schaffner gepackt und kann dank Antennen der neusten Generation und trotz rückläufiger Autoabsätze einen Rekord vermelden. Die 55 Millionen entsprechen ungefähr jenem Betrag, den Schaffner normalerweise in einem Jahr im Auto-Bereich umsetzt (Gesamtumsatz letztes Jahr 221,5 Millionen Franken).

Zwei der Aufträge umfassen Kurzantennen. Schaffner stellt diese seit mehreren Jahren her, hat sie aber kontinuierlich weiterentwickelt. Sie werden ausschliesslich für die schlüssellose Authentifizierung im Fahrzeug gebraucht, wie zum Beispiel das Öffnen oder Starten des Autos. Eines der Grossprojekte aber verdankt Schaffner einer Innovation. Erstmals überhaupt wagt sich der Industriekonzern in den Bereich der Langantennen.

Sie verfügen über grössere Reichweiten und ermöglichen zum Beispiel, dass in der Nacht automatisch das Licht angeht, wenn sich der Besitzer dem Fahrzeug nähert. Oder dass sich verschiedene Benutzerprofile wie zum Beispiel die Sitz- und Rückspiegeleinstellung automatisch den Bedürfnissen des Schlüsselbesitzers anpassen. So können Frau und Mann das gleiche Auto mit zwei unterschiedlichen Schlüsseln benutzen und je nachdem, wer sich mit welchem Schlüssel nähert, werden die vorprogrammierten Einstellungen übernommen.

Aufträge erstrecken sich über sieben bis zehn Jahre

«Wir haben für diese Anwendung ein neues Design entwickelt, das die Antenne sicherer und robuster macht und das erst noch günstiger ist», erklärt Aeschlimann. Die Bauform hat man umgehend schützen lassen. «Wir haben uns hier einen kleinen Wettbewerbsvorteil erarbeitet», sagt Aeschlimann.

Schaffner sei in der internationalen Automobilindustrie ein anerkannter Partner, und er gehe nicht zuletzt auch wegen des innovativen eigenen Antennen-Designs davon aus, dass weitere Aufträge folgen dürften. Die Lieferungen der Antennen werden über die nächsten sieben bis zehn Jahre erfolgen. Aeschlimann rechnet damit, dass die Volumina nach erfolgreichem Aufbau der Produktionslinien in Thailand, parallel zur Einführung der neuen Automodelle, in zirka 12 bis 18 Monaten anziehen wird.

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