Kebag Zuchwil

Voll ausgelastet und mehr Gewinn: 2019 war ein gutes Jahr für die Kehrichtentsorger

An der Generalversammlung konnte ein Gewinn von 9,9 Millionen Franken präsentiert werden. (Archivbild)

An der Generalversammlung konnte ein Gewinn von 9,9 Millionen Franken präsentiert werden. (Archivbild)

Die Kebag Zuchwil macht im Jahr 2019 9,9-Millionen-Gewinn. Projektoptimierungen verteuern den Neubau der Kebag Enova.

Die zweitgrösste Kehrichtverwertungsanlage der Schweiz, die Kebag Zuchwil, verwertete im letzten Jahr 227'345 Tonnen Abfall. Damit war die Anlage voll ausgelastet und die maximal zulässige Menge von 221'000 Tonnen pro Jahr wurde überschritten. Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe, wie Direktor Markus Juchli an der Generalversammlung ausführte.

Die Kebag nimmt mit ihrer Kapazität eine wichtige Rolle im Kehrichtverbund des Mittellandes ein. Sie hilft aus, wenn andere Anlagen Betriebsstörungen haben, Revisionen durchführen oder unerwartet zusätzliche Mengen verwerten müssen. Im vergangenen Jahr kam die zusätzliche Menge zu Stande, weil die Zementindustrie die Strassensammlerschlämme nicht mehr entsorgen darf und die Kebag in der Region Biel mit der Kehrichtverwertung aushalf.

Weniger Einnahmen, mehr Gewinn

Markus Juchli konnte den Aktionären an der Generalversammlung einen Gewinn von 9,9 Millionen Franken präsentieren. Dies, obwohl die Einnahmen aus den Kehrichtgebühren von 29,9 Millionen Franken 2019 trotz Rekordmenge tiefer ausfielen als im Vorjahr, weil die Kebag die Verbrennungspreise für Siedlungsabfälle von 135 auf 125 Franken pro Tonne senkte. Der Erlös aus dem Energieverkauf blieb mit 17 Millionen Franken stabil.

Insgesamt resultierten im vergangenen Jahr Einnahmen von 50,8Millionen Franken,was einem Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Betriebsaufwände blieben mit 32,8 Millionen Franken stabil. Der Gewinn liegt rund 33 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres (7,4 Millionen Franken). Er wird wie in den Vorjahren den Rückstellungen für den Neubau der Kehrichtverbrennungsanlage Enova zugewiesen.

Für das Neubauprojekt hat die Generalversammlung einen Nachtragskredit von 26,9 Millionen Franken für Projektoptimierungen genehmigt. In der Phase «Bauprojekt» (Abschluss Mitte April 2020) wurde für die Realisierung ein überarbeiteter Kostenvoranschlag erstellt. Darin sind auch gesetzlich bedingte, strategische und betriebliche Projektoptimierungen enthalten. Diese Projektoptimierungen führen zu höheren Investitionskosten, die aber durch deutlich tiefere Betriebskosten kompensiert werden können.

Die vorgenommenen Änderungen bringen Vorteile wie zum Beispiel die Bereinigung des Industrieareals Emmenspitz für die nächsten Generationen, die Steigerung der Energieeffizienz um weitere 5 Prozent (zu den bereits avisierten 10 Prozent) oder die Reduzierungder Netto-CO2-Emissionen mit sich. Zudem entsteht im Zuchwiler Emmenspitz die grösste Fassadenfotovoltaikanlage der Schweiz. (szr)

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