Gehorsam läuft der Hund neben seinem Führer her. Stets an seiner Seite. Befehle wie: «Sitz, Platz und Fuss» werden gerufen, immer wieder. Der belgische Schäferhund folgt mit eingeübter Präzision. Drei Schüsse werden Richtung Feld abgegeben, der Hund verzieht keine Miene. Denn Hunde, die Angst vor Pistolenschüssen haben, sind für Polizeieinsätze nicht zu gebrauchen. «Bei der Disziplin ‹Unterordnung› geht es um Präzision», sagt Ulrich Oppliger, technischer Leiter der Kantonspolizei Solothurn. Und tatsächlich ist der Gehorsam der Tiere diesen Freitagmorgen an der Verbandsprüfung der Polizeihunde in Lüterkofen spürbar.

32 einsatzfähige Hundeführer gibt es im Kanton, davon dreizehn bei der Kantonspolizei. Einer unter ihnen ist Ulrich Oppliger. Zwanzig Jahre ist er bereits Hundeführer. Nach Abschluss der Polizeischule und mit Beginn seiner Arbeit bei der mobilen Einsatzpolizei wuchs sein Interesse für die Nebenfunktion als Hundeführer. «Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Deshalb hatte ich eine gewisse Affinität für Tiere», sagt Oppliger. 24 Halbtage pro Jahr nimmt die Zusatzausbildung in Anspruch, wobei der Grossteil der Arbeit zu Hause erfolgt. Denn der Hund ist zugleich Haustier. Vom Welpen bis zum einsatzfähigen Polizeihund vergehen zweieinhalb Jahre, bis an der Verbandsprüfung jährlich über die Zulassung entschieden wird.

Polizeihundeprüfung

Polizeihundeprüfung

Verbandsprüfung Polizeihunde 2018 in Lüterkofen

Bestätigung erfordert

Elf Hundeführerinnen und Hundeführer wurden letzten Donnerstag und Freitag in der Mehrzweckhalle Eyacker in Lüterkofen geprüft, um über deren Zulassung oder Einsatzfähigkeit zu entscheiden. Denn auch bereits zugelassene Hundeführer müssen sich erneut an der Prüfung bestätigen lassen. In verschiedenen Disziplinen wird die Tauglichkeit von Hund und Führer geprüft. Bei der Disziplin «Schutzdienst» beispielsweise können die Hunde ihre Beiss-Künste unter Beweis stellen. «Ein gezielter Biss reicht aus, um eine flüchtende Person zu stoppen», sagt Oppliger und fügt hinzu: «Dabei soll der Flüchtende nicht unnötig verletzt werden.»

«Ein Polizeihund muss zubeissen können, muss aber auch sozial verträglich sein», sagt Peter Schefer von der Justizvollzugsanstalt Deitingen. Dafür sind Belgische- und Deutsche Schäferhunde am besten geeignet. Diese sogenannten Kombi-Hunde seien weder zu schwer, noch zu leicht, haben den erforderlichen Spürsinn und Gehorsam. «Polizeihunde sind zeitaufwendig in der Ausbildung», sagt Schefer,» deshalb muss er vielseitig einsetzbar sein.»

Mit rund 200 Einsätzen pro Jahr sind die Polizeihunde der Kantonspolizei gut ausgelastet. Der Aufwand der Ausbildung scheint sich zu lohnen. So konnte just letzten Mittwoch ein geflüchteter Autolenker aufgestöbert werden, welcher nach Verursachung eines Unfalles aufs Feld geflüchtet war.«Ich bin immer froh, wenn ein Hund dabei ist», sagt Roland Fringeli, Chef der mobilen Einsatzpolizei Solothurn. «Bei der Drogensuche zu Beispiel sind Hunde unübertroffen.»

Dieses Jahr konnten nicht alle Hundeführer die Verbandsprüfung bestehen. Sie kann jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Am besten Schnitt die Kantonspolizistin Janine Zihlmann mit ihrem Schäfer «Gin von der Abendweide» ab.