Jungunternehmerpreis

Vier von fünf Gewinnern des de Vigier Awards sind ein Cleantech-Start-up

Die Jury des W.A. de Vigier Awards kürte am Mittwoch ihre fünf Gewinner und verlieh jedem Jungunternehmen einen Preis von 100’000 Franken. Vier von fünf Gewinnern sind Cleantech-Startups.

Normalerweise verleiht die W.A. de Vigier Stiftung ihre Preise an Jungunternehmer jedes Jahr im de Vigier Sommerhaus in Solothurn. Dieses Jahr fand die Preisübergabe wegen den Coronamassnahmen in Zürich statt, in den Studios des Senders CNN-Money.

Ausgezeichnet wurden fünf Jungunternehmen, sie erhielten je ein Preisgeld von 100'000 Franken, um ihr Unternehmen weiter voranzubringen. Vier der fünf Gewinner sind Cleantech-Unternehmen, also Unternehmen, die sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Sie bieten Produkte, Dienstleistungen an, welche im Vergleich weniger natürliche Ressourcen oder Energie verbrauchen oder weniger Abfall produzieren. «Die ausgezeichneten Unternehmen haben das Potenzial, den Wiederaufbau der Schweizer Wirtschaft nach der Coronakrise umweltfreundlicher zu gestalten»,wird Regula Buob, die Geschäftsführerin der W.A. de Vigier Stiftung, in einer Medienmitteilung zu der Preisverleihung zitiert.

Die ausgezeichneten Unternehmen stammen aus den Kantonen Freiburg, Waadt und Zürich. Sie heissen:

  • Bloom Biorenewables AG aus Marly (FR)
  • EH Group Engineering AG aus Prangins (VD)
  • FenX AG aus Zurich (ZH)
  • Microcaps AG aus Zurich (ZH)
  • Oxara AG aus Zürich (ZH)

Nicht nur unter den Gewinnern des diesjährigen de Vigiers Awards waren laut der Stiftung Cleantech-Unternehmen überproportional vertreten, sondern auch unter den übrigen Bewerbern. Insgesamt gingen bei der Stiftung 192 Bewerbungen ein, ein hoher Prozentsatz davon waren laut der Stiftung Unternehmen, die dem Cleantech-Bereich zugeordnet werden können.

«Unsere Generation hat dringende Umweltprobleme zu lösen, dies zeigt sich in der besonders hohen Zahl von Cleantech-Start-ups unter den diesjährigen Bewerbungen und Gewinnern», wird Buob in der Mitteilung weiter zitiert.

Bei der Projektbeurteilung fallen folgende Faktoren ins Gewicht: Die Unternehmerpersönlichkeit, der hohe Innovationsgrad, die gesamtgesellschaftliche Relevanz, die technische und finanzielle Realisierbarkeit sowie Marktchancen und das Potenzial neuer Arbeitsplätze.

Der W.A. de Vigier Förderpreis ist die älteste Auszeichnung für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer in der Schweiz und zählt mit jährlich 500'000 Preisgeldern zu den höchstdotiertesten Förderpreisen der Schweiz. 

In ihrem 31-jährigen Bestehen hat die Stiftung insgesamt über 11 Millionen Franken Startkapital über verschiedenste Sektoren verteilt. Daraus resultierten bis heute rund 90 erfolgreiche Startups, mehrere Börsengänge, einträgliche Firmenverkäufe und vor allem zahlreiche neue Arbeitsplätze. (mgt/ldu)

Trend im Kanton Solothurn nicht erkennbar

Im Kanton Solothurn können sich Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer bei den Gründungsdienstleistungen Kanton Solothurn (GZS) beraten lassen. Einen Trend hin zu mehr Cleantech-Unternehmen lasse sich im Kanton nicht feststellen, schreibt Thomas Heimann, Geschäftsleiter der GZS GmbH, auf Anfrage. «Bei uns im Kanton Solothurn gab es in jüngster Zeit praktisch keine eigenständigen Cleantech-Firmengründungen. Die kommen meistens und ausschliesslich aus Kantonen, die eine entsprechende Hochschule haben», so Heimann.

«Das Thema Nachhaltigkeit ist und war ebenfalls kein Thema bei den Firmengründungen in den vergangenen Jahren, die ich begleiten konnte.»

Das müsse aber nicht gleich bedeuten, dass Nachhaltigkeit bei Neugründungen im Kanton keine Rolle spiele: «Ich denke, dass das Thema Nachhaltigkeit immer unterschiedlich wahrgenommen und in den Businessplänen abgebildet wurde. Ob und wie dies umgesetzt wurde, entzieht sich aber unserem Wissen», so Heimann. (rba/mgt)

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