Niederbipp

«Viele haben ohne zu zögern unterschrieben»: Politiker der Region wollen Kimberly-Clark retten

Die Papierfabrik könnte im April 2021 ihre Türen schliessen.

Die Papierfabrik könnte im April 2021 ihre Türen schliessen.

In einem Brief fordert Niederbipp die Regierungen auf, die Papierfabrik zu retten. Unterschrieben haben auch Politikerinnen und Politiker.

Rund 40 Politikerinnen und Politiker haben einen Brief der Gemeinde Niederbipp an die Regierungen der Kantone Bern und Solothurn unterschrieben. Sie unterstützen damit die Bitte der Gemeinde Niederbipp, sich für den Erhalt der Papierfabrik Kimberly-Clark einzusetzen. Vor rund zwei Wochen ist bekannt geworden, dass die Papierfabrik verkauft werden soll und die 265 Angestellten ihre Arbeitsplätze verlieren könnten.

«Dieser Entscheid trifft nicht nur Niederbipp hart, sondern die ganze Region», heisst es im Brief an die Regierungen der beiden Kantone. Den Brief will die Gemeinde am Montag abschicken.

«Betroffen sind nicht nur die Festangestellten, sondern auch die temporär arbeitenden Mitarbeiter», schreibt die Gemeinde weiter. «Weitere Bereiche sind Zulieferer, der angegliederte Logistikbetrieb, das Gewerbe, die Steuerausfälle und die Arbeitslosenversicherung.» Aus diesen Gründen fordere man die Regierungsräte auf, «alles zu unternehmen, um den Standort Niederbipp und die Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern», schliesst der Brief.

Politischer Druck soll Standort sichern

Für die Unterstützung der Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Politik sei man dankbar, erzählt die Gemeindepräsidentin von Niederbipp, Sibylle Schönmann. «Viele haben ohne zu zögern unterschrieben, wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten», erzählt sie.

Mit Hilfe von Fabian Gloor, dem Gemeindepräsidenten von Oensingen und CVP-Kantonsrat, habe sie Politikerinnen und Politiker aus dem Kanton Solothurn um Unterstützung gebeten. «Er steht zu 100 Prozent hinter dem Anliegen, weil es auch für seine Gemeinde eine grosse Bedeutung hat.»

Im Gespräch zeigt sie sich optimistisch, dass mit dem Brief an die Regierungen etwas erreicht werden könne: «Wir denken, dass politischer Druck eine wichtige Rolle spielt. Die Kantone könnten etwa dafür sorgen, dass ein allfälliger Käufer günstige Startbedingungen erhält», so Schönmann. Die Papierfabrik in Niederbipp ist vorerst noch geöffnet. Falls kein Käufer gefunden wird, schliesst sie Ende 2021 ihre Türen.

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Autor

Rebekka Balzarini

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