Wirtschaftsförderin
Vetternwirtschaft im Amt für Wirtschaft?

Jonas Motschi, Vorsteher des kantonalen Amts für Wirtschaft, hat Sarah Koch als neue Wirtschaftsförderin angestellt. Interessant: Beide sitzen auch im Gemeinderat von Oberbuchsiten.

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Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kanton Solothurn

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kanton Solothurn

Oliver Menge

Über «ein Beziehungsdelikt» bei einer Anstellung im kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit wird in einer Kolumne im «Oltner Tagblatt» gelästert. Gemeint ist die Anstellung von Sarah Koch als neue kantonale Wirtschaftsförderin auf Anfang November (wir berichteten). In der Tat ist es eine Nachfrage wert, wenn ein Amtsvorsteher und zukünftiger Chef, in diesem Fall Jonas Motschi, eine Gemeinderatskollegin, in diesem Fall Sarah Koch, als Leiterin der Wirtschaftsförderung anstellt.

Während Motschi für die CVP als Gemeindevizepräsident von Oberbuchsiten amtet, sitzt Koch für die Freie Liste im Gemeinderat von Oberbuchsiten. Die Brisanz des Wahlgeschäftes will Motschi gar nicht abstreiten. «Wir waren uns bei der Wahl des Risikos durchaus bewusst, dass wir uns dem Vorwurf der Vetternwirtschaft aussetzen könnten.» Aber, so versichert Motschi, habe die Wahl von Sarah Koch und die Zugehörigkeit zu demselben Gemeinderat überhaupt nichts miteinander zu tun. Sarah Koch sei eine Bewerberin wie alle anderen 44 auch gewesen. Man habe eine Auswahl getroffen und Gespräche mit den Kandidatinnen und Kandidaten geführt. Einige hätten ihre Bewerbung selbst zurückgezogen, weil deren Vorstellungen nicht mit dem Jobprofil übereinstimmten. Verschiedenste Kriterien seien berücksichtigt worden und Sarah Koch sei am Schluss die geeignetste Bewerberin gewesen. Aber war die Wahl nicht trotzdem heikel? Motschi antwortet mit einer Gegenfrage: «Wäre es richtig gewesen, Sarah Koch als geeignete Person nicht zu wählen, bloss weil sie Mitglied im gleichen Gemeinderat ist?» (FS)

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