Am 28. Mai 2016 ging bei der Kantonspolizei Solothurn eine telefonische Meldung ein, wonach im Stall eines Hofes in Boningen tote Rinder lägen. Gleichentags fand ein Augenschein der Polizei zusammen mit einem Amtstierarzt statt. Insgesamt wurden 16 tote und 10 lebende Tiere gefunden. Die lebenden Tiere wurden auf einen anderen Hof verbracht. Gegen den Landwirt wurde daraufhin ein Nutztierhaltungsverbot verfügt.

Gegen den Veterinärdienst wurde im Juli eine interne Untersuchung eingeleitet. Gegenstand war die Frage, ob sich der Veterinärdienst im Fall Boningen an die gesetzlichen Anforderungen und die übergeordneten Anweisungen gehalten habe und ob allenfalls Dienstpflichten verletzt worden seien. Gleichzeitig galt es aus dem vorliegenden Fall Erkenntnisse über allfälliges Verbesserungspotenzial im Veterinärdienst zu gewinnen. Zur Würdigung des Sachverhaltes und der Arbeitsweise des Veterinärdienstes im Fall Boningen wurde ein externer Experte der Universität Zürich beigezogen.

Bereits im November 2016 hiess es, die Untersuchungen stünden kurz vor dem Ende. Über drei Monate später ist es nun Tatsache. Der Untersuchungsbericht liegt vor und kommt zum Schluss: Der Veterinärdienst hat sich in der Bearbeitung dieses Tierschutzfalles an die gesetzlichen und übergeordneten Vorgaben gehalten. Der Tierschutzfall Boningen hätte auch mit engmaschigeren Kontrollen nicht verhindert werden können.

Tödliches Nervengift

Der Bericht zeigt ausserdem, dass im Stall des Hofes Botulinum Neurotoxin C/D – ein tödliches Nervengift – nachgewiesen werden konnte. Dies legt für die Behörden die Vermutung nahe, dass dieses Gift aufgrund eines Tierkadavers entstanden ist, welches nicht ordnungsgemäss entsorgt worden war. Über die Nahrungsaufnahme ist es wohl von den anderen Tieren aufgenommen worden, die darauf hin innert kurzer Frist verendeten.

An der Medienkonferenz vom Mittwochmorgen wurde darüber informiert, dass im Miststock die Skelette von vier Rindern gefunden wurden. Diese wurden dort offenbar vor Februar 2016 vergraben und stehen in keinem direkten Zusammenhang mit den später verendeten Tieren.  

Die verwaltungsinterne Untersuchung ist mit dem Bericht abgeschlossen. Die Strafuntersuchung gegen den Landwirt hingegen ist noch hängig und Sache der Staatsanwaltschaft. (mgt/ldu) 

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Auf einem Bauernhof in Boningen SO sind 16 Rinder verhungert. Wie konnte das passieren? Wurden Warnungen von Nachbarn ignoriert? Was für Lehren ziehen die Behörden aus diesem Fall? («Talk Täglich» von Juni 2016)