Heinz Müller
Verurteilter Heinz Müller: «Ich habe keine Falschbuchungen gemacht»

Der ehemalige Solotthurner SVP-Präsident Heinz Müller ist ob dem Schuldspruch wegen Steuerhinterziehung entsetzt. Er habe nie Steuern hinterziehen wollen, sagt er. Er hat das Urteil bereits angefochten. Er wird weiter poltisieren.

Interview: Marco Zwahlen
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Ein enttäuschter Heinz Müller: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst.»

Ein enttäuschter Heinz Müller: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst.»

Hanspeter Bärtschi

Was ging Ihnen bei der Urteilsverkündung durch den Kopf?Heinz Müller: Dass ich ein Problem mit dem Rechtsverständnis habe. Ich habe keine Falschbuchungen gemacht und wollte keine Steuern hinterziehen. Ich habe die Nachsteuern in Nachverhandlungen bezahlt.

Und weiter?
Der Leiter Abteilung Juristische Personen Steueramt Kanton Solothurn hat vor Gericht bestätigt, dass es pro Jahr mehrere solche Fälle gibt. Für eine Strafanzeige aber pickt man gerade mich heraus.

Sie vermuten einen Komplott?
Jeder kann denken, was er will.

Warum wollen Sie nicht aufgeben?
Es ist klar, die Verurteilung, ja schon alleine die Anklage tut mir weh. In meinem Leben musste ich politisch und geschäftlich viele Rückschläge verdauen. Hätte ich aber nicht immer vorwärts geschaut, hätte ich nie so viele Erfolge gehabt. In diesem Fall habe ich aber das Zepter nicht in der Hand. Ich fühle mich den Gerichten ausgeliefert.

Hat das Urteil Folgen?
Künftig wird sich jeder Unternehmer bei Wahlkämpfen so seine Gedanken machen müssen.

Ziehen Sie politische Konsequenzen?
Ich stehe in der Verantwortung gegenüber dem Volk. Obwohl die Anklage bekannt war, bin ich bei den Wahlen im Herbst als erster SVP-Ersatz für einen Nationalratssitz gewählt worden. Dieses Resultat zeigt mir, dass meine Wähler zu mir stehen und sehr wohl wissen, was abläuft.

Was aber, wenn Sie rechtskräftig als Steuerbetrüger und Urkundenfälscher verurteilt sind?
Bestätigt letztlich das Bundesgericht den Schuldspruch, wäre ein Nationalratssitz kein Thema mehr.