Ihr Mandant hatte keine kriminelle Energie und wird nun wie ein Verbrecher behandelt. Ist das gerecht?

Das Gesetz bestimmt den Begriff Verbrechen. Die ihm zur Last gelegte Tat stellt ein Verbrechen dar, weshalb er so bezeichnet werden kann. Aber das Gericht berücksichtige auch das Verschulden, das strafmildernd wirkte. Aus diesem Grund wurde ein verhältnismässig tiefes Strafmass angesetzt. Ob das eigene Verschulden beim Urteil aber ausreichend berücksichtigt wurde, wird beim Studium der schriftlichen Urteilsbegründung zu prüfen sein.

Das sagt der Pfarrer nach seiner Verurteilung wegen Drogendelikten

Das sagt der Pfarrer nach seiner Verurteilung wegen Drogendelikten

Der Subinger Ex-Pfarrer A.W. zeigt sich nach der Urteilsverkündung reuig und spricht über zukünftige Berufsaussichten.

Ein Weiterzug ist noch nicht sicher?

Weil eine Freiheitsstrafe bis zu einem Strafmass von 24 Monaten vollständig bedingt erfolgen kann, hätte eine kleine Reduktion der Strafe einen grossen Einfluss auf das Resultat. Mein Mandant müsste mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr ins Gefängnis. Es steht noch nicht fest, ob wir an die nächste Instanz gehen.

Hatten Sie schon einen Fall, wo jemand für Gutmütigkeit bestraft wird?

Bisher nicht. Bei den üblichen Fällen orientiert sich das Strafmass weitgehend aufgrund der objektiven Schwere des Verschuldens, das sich nach der Menge der involvierten Droge richtet. Vorliegend ist der persönliche Hintergrund sehr speziell.

Hat Sie der Medienrummel erstaunt?

Nein, denn es geht um eine Person von öffentlichem Interesse. Es ist schon besonders, dass ein Pfarrer involviert ist. Der Mann ist sehr gutmütig und hat ein entsprechendes Verhältnis mit der Presse aufgebaut. Er hat stets frisch von der Leber geredet. Die Öffentlichkeit hat ihn so erlebt, wie er ist.