Schwingen

Vermutung im Fall Gisler bestätigt: Spagyrik-Spray enthält kein Nikethamid

Bruno Gisler hält die beiden verschiedenen Sprays in der Hand.

Bruno Gisler hält die beiden verschiedenen Sprays in der Hand.

Bruno Gislers Erklärung auf den positiven Dopingtest, er habe aus Versehen das Schwangerschafts-Spray seiner Frau eingenommen, warf von Anfang an Fragen auf. Nun liegen weitere Fakten vor, die seine Begründung als Lügengeschichte entlarven.

Gemäss dem Radiosender Radio 32 hat das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic die These nun definitiv widerlegt. Im betreffenden Spagyrik-Spray sei kein Nikethamid enthalten, das Antidoping Schweiz beim 30-jährigen Schwinger festgestellt hatte. «Es sind uns keine Pflanzen oder andere natürliche Quellen für Nikethamid bekannt. Nikethamid ist eine Substanz, die synthetisch hergestellt wird», schreibt Mediensprecher Lukas Jaggi in einer Stellungnahme gegenüber dem Sender. Könne man den Stoff dennoch in einem Spagyirik-Spray nachweisen, hätte er beigemischt werden müssen.

Doping-Experten sehen für das Rätsel nur eine Lösung: Gisler muss die verbotene Substanz Gly-Coramin eingenommen haben. Offen bleibt die Frage, ob er dies mit Absicht getan hat. Der Obmann des Eidgenössischen Schwingverbands, Mario John, will sich zu den vorliegenden Fakten noch nicht äussern. «Wir möchten das zuerst mit dem betreffenden Schwinger abklären», so John gegenüber Radio 32. Auch Bruno Gisler selbst schweigt dazu.

Fragwürdige Begründung

Vor rund einer Woche wurde bekannt, dass der Kranzschwinger positiv auf die verbotene Substanz Nikethamid getestet worden war. Der Kranz wurde ihm daraufhin aberkannt, er erhielt eine sechsmonatige Sperre.

Seine Erklärung stiess bereits zu Beginn auf Skepsis. Gisler entschuldigte sich damit, er habe sich im Badezimmerschrank vergriffen: Anstatt eines Spagyrik-Resistenzsprays gegen Grippe habe er aus Versehen das gleich aussehende Spray seiner Frau gegen Schwangerschaftsübelkeit eingenommen. (ckk)

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