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Verjüngungskur für die noch junge BDP

Das letzte Wahlresultat hat die BDP erschüttert. Sie will aber mit einem erweiterten Vorstand gestärkt in die kantonalen Wahlen 2017.

Lucien Fluri
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Die neuen BDP-Vorstandsmitglieder (v.l.): Aldo Mann, Andrea Stöckli, Sven Köpfer, Sabrina Stuber, Christof Leimer, Nadine Eichmann und Rodrigo Gonzalez.

Die neuen BDP-Vorstandsmitglieder (v.l.): Aldo Mann, Andrea Stöckli, Sven Köpfer, Sabrina Stuber, Christof Leimer, Nadine Eichmann und Rodrigo Gonzalez.

zvg

Es rüttelte die Solothurner BDP-Mitglieder schon ein wenig auf, was vergangenen Sonntag in St. Gallen passierte. Dort wurde die Bürgerlich-Demokratische Partei gleich marginalisiert: Sie verlor ihre beiden Sitze im Kantonsparlament. «Auch die Wahlen 2017 werden für uns kein Selbstläufer», mahnte BDP-Kantonsrat Martin Flury (Deitingen) diese Woche an der Parteiversammlung der Solothurner BDP – mit Blick auf die kantonalen Wahlen nächsten März. «Wir brauchen möglichst viele Kandidaten auf den Listen.»

Nur so sei ein positives Ergebnis möglich, ebenso wie der Erhalt der derzeit ebenfalls zwei Solothurner BDP-Sitze. «Es geht um sehr viel für unsere Sektion. Es geht quasi um Sein oder Nichtsein», sagte BDP-Kantonalpräsident Markus Dietschi (Selzach).

Einen ersten Schritt, um in Zukunft bestehen zu können, tat die BDP am Mittwochabend in der Solothurner «Wirthen» bereits. Sie erweiterte ihren Vorstand um sieben auf neu 15 Köpfe. Bemerkenswert daran ist vor allem das Alter der neuen Köpfe: Im neuen Vorstand gehört Kantonalpräsident Markus Dietschi mit 41 schon zur älteren Generation. Sechs der sieben neuen Vorstandsmitglieder haben Jahrgänge zwischen 1984 und 1993.

Jedes sechste Mitglied im Vorstand

Neu in den Vorstand aufgenommen hat die BDP Aldo Mann (Selzach), Nadine Eichmann (Hochwald), Sabrina Stuber (Solothurn), Andrea Stöckli (Neuendorf), Christof Leimer (Biberist), Rodrigo Gonzalez (Lüterkofen) und Sven Köpfer (Solothurn/Olten).

Dietschi begründete die Vorstandserweiterung mit dem zeitaufwendigen ehrenamtlichen Engagement der Vorstandsmitglieder, das nun auf mehr Schultern verteilt werden kann. Ein Grossteil der gegen 100 BDP-Mitglieder im Kanton ist somit direkt eingebunden.

Aus dem Vorstand zurückgetreten sind aus Altersgründen Ueli Decker (Grenchen) und wegen Wegzugs in einen anderen Kanton Simon Schärer. Beide gehörten der Solothurner BDP quasi seit der Gründung vor sechs Jahren an.

Die Kantonsräte Dietschi und Flury blickten nochmals auf die vergangenen Kantonsratssessionen zurück. Aufgefallen sind die beiden Kantonsräte mit einem Vorstoss von Markus Flury zur Immatrikulation ausländischer Autos in der Schweiz und einem Vorstoss von Markus Dietschi zu den Kantonsfinanzen.

Diese sähen düster aus, so Dietschi, insbesondere wenn mit der Unternehmenssteuerreform III nochmals Ausfälle in der Höhe von etwa 60 Mio. Franken für den Kanton und 65 Mio. für die Gemeinden auf die öffentliche Hand zukommen könnten. «Viele haben dies noch nicht begriffen.»

Wechselwähler sind «dünnes Eis»

Martin Landolt, Präsident der BDP Schweiz, betonte, dass die BDP «nach wie vor einzigartig sei» und verglichen mit anderen Kleinparteien durchaus mehr Substanz habe. Die Herausforderungen seien aber «extrem hoch». So seien die Mitteparteien in St. Gallen aufgerieben worden. «Für uns ist das existenziell.»

Die BDP habe bei ihrer Gründung von Wechselwählern profitiert. «Sie sind für eine Partei dünnes Eis.» Die Partei müsse eine eigene Wählerbasis aufbauen. Landolt freute sich deshalb über die neuen Vorstandsmitglieder. Denn ein Parteinetzwerk werde auf kommunaler und kantonaler Ebene aufgebaut.