2009 soll ein 27-jähriger Tamile eine minderjährige Tamilin in der Breitenbacher Asylunterkunft vergewaltigt haben. Das Amtsgericht Dorneck-Thierstein verurteilte ihn darum zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten.

Der Beschuldigte beteuerte stets seine Unschuld - auch vor Obergericht. Dieses schenkte ihm nun teilweise Glauben und sprach ihn «nur» wegen sexueller Handlung mit einem Kind schuldig (bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen à 70 Franken).

Man gehe davon aus, dass sich ein gewichtiger Vorfall ereignete, denn ansonsten hätte das Mädchen keine Anzeige gemacht, so das Obergericht. Vor allem, wenn man den kulturellen Hintergrund bedenke: «Sie hätte sich ja selbst geschadet». Komme hinzu, dass sie ihrem damaligen Freund und ihrer Kollegin schon lange vor der Anzeige von sexuellen Handlungen erzählt habe.

Das Gericht sieht es darum als erwiesen an, dass es zumindest einmal zum Geschlechtsverkehr gekommen ist. Wie Facebook-Chat-Auszüge zwischen dem Mädchen und ihrer Kollegin zeigen würden, habe sie aber zugegeben, teilweise die Polizei angelogen zu haben.

Auch sei daraus ersichtlich, dass der Beschuldigte der Ex-Freund sei. Beide hätten zugegeben, sich geliebt und auch von Heirat gesprochen zu haben. Aufgrund dieser neuen Tatsachen erscheint dem Gericht die Frage der Nötigungsmittel für eine Vergewaltigung, nach dem Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten», in einem ganz anderen Licht - nämlich als nicht erstellt.

Das Mädchen sei nach dem Vorfall verlassen worden und der Beschuldigte habe eine andere Frau geheiratet. «Plötzlich hatte sie ein Motiv, für das Gericht lässt sich die Anzeige nur so erklären.» SBI