Betreuung angeordnet

Vergewaltiger von Starrkirch-Wil soll demnächst entlassen werden

Der Mann kommt bald frei. (Symbolbild)

Der Mann kommt bald frei. (Symbolbild)

Die Beschwerdekammer des Solothurner Obergerichts gab am Donnerstag im Fall des Vergewaltigers von Starrkirch-Wil das Urteil bekannt. Der Mann, der 2006 ein achtjähriges Mädchen vergewaltigt hatte, wird freikommen.

Er soll eine ambulante Behandlung mit einer Bewährungshilfe erhalten. In mahnendem Ton gab Oberrichter Beat Frey zu verstehen: «Dazu gehören Überwachung und Kontrolle.» Es soll «ein engmaschiges Netz im Sinne eines Risikomanagements» geschaffen werden, damit Probleme frühzeitig erkannt werden könnten.

X.* hat sich somit erfolgreich gegen die Verlängerung der stationären Massnahme gewehrt, die noch vom Amtsgericht Olten-Gösgen angeordnet worden war. X. sitzt seit 2006 im Gefängnis, die 5-jährige Gefängnisstrafe, zu der er verurteilt worden war, hat er also schon längst abgesessen.

Oberrichter Frey sagte, das Gericht habe sich auf das psychiatrische Gutachten von Elmar Habermeyer stützen können. Die stationäre Massnahme wird aufgehoben, da die Therapie bei X. nichts nütze. Allerdings ist X. nun nicht sofort ein freier Mann, da es zur Vorbereitung solcher Massnahmen Zeit brauche. Er wird aber auch nicht verwahrt. Denn ein Antrag auf Verwahrung, die nun an die Stelle der stationären Therapie auch hätte folgen können, wurde weder vom Amt für Justiz noch vom Staatsanwalt gestellt. Zudem dürfe dieses Gericht nicht eine Verschlechterung für X. beschliessen, klärte Frey auf. So entschied sich das Gericht für die ambulante Massnahme.

«Es funktioniert nur, wenn X. mitmacht», sagte Frey. «Denn sonst würde das Amt für Justiz eine nachträgliche Verwahrung anordnen wollen. Die Verwahrung ist also nicht vom Tisch!» Frey hielt weiter fest, dass die Verlängerung der Massnahme nicht zu spät beantragt worden sei, wie von X. vorgeworfen. X. muss ein Drittel der beiden Verfahrenskosten übernehmen. Seine Forderung auf Entschädigung (für überlanges Einsitzen im Gefängnis) wurde vom Obergericht abgelehnt. (OMB)

*Name der Redaktion bekannt

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