Wald-Klimaschutz
Verein will die CO2-Reduktionsleistungen des Waldes dienstbar machen

Waldbesitzer aus der ganzen Schweiz lassen sich von einer Solothurner Initiative begeistern, mit der ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann: In Solothurn wurde der Verein Wald-Klimaschutz Schweiz gegründet.

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Von der richtigen Balance der Waldnutzung hängt ab, wie gross der permanente Beitrag des Waldes zum Kohlendioxid ist.

Von der richtigen Balance der Waldnutzung hängt ab, wie gross der permanente Beitrag des Waldes zum Kohlendioxid ist.

Foto: Colin Frei / Aargauer Zeit

Mitinitiator ist der kantonale Verband der Bürgergemeinden und Waldeigentümer (BWSo). Rund zwei Jahre dauerten dessen Arbeiten zur Zertifizierungsmethode, damit die CO2-Senkenleistungen des Waldes angerechnet und verkauft werden können.

Vor gut zwei Jahren startete der Verband der Bürgergemeinden und Waldeigentümer des Kantons Solothurn (BWSo) zusammen mit dem Forstbetrieb Bucheggberg das nationale Projekt zur Zertifizierung der CO2-Senkenleistung des Waldes. Ziel war die Entwicklung einer Zertifizierungsmethode, die von den Waldbesitzern in der ganzen Schweiz übernommen werden kann. Für diese Arbeit erhielt der BWSo finanzielle Unterstützung durch Wald Schweiz, das Bundesamt für Umwelt und vom Kanton Solothurn. Im letzten Winter konnte die neu entwickelte Methode zertifiziert werden, womit der Weg frei wurde zur Gründung eines nationalen Vereins.

 Unter dem Vorsitz von BWSo-Präsident Peter Brotschi (r.) wurde Urban Brütsch (Mitte) an der Gründungsversammlung zum ersten Präsidenten des Vereins Wald-Klimaschutz Schweiz gewählt. Mark Hunninghaus als Vizepräsident.

Unter dem Vorsitz von BWSo-Präsident Peter Brotschi (r.) wurde Urban Brütsch (Mitte) an der Gründungsversammlung zum ersten Präsidenten des Vereins Wald-Klimaschutz Schweiz gewählt. Mark Hunninghaus als Vizepräsident.

Von Basel bis Graubünden

Unter dem Vorsitz Peter Brotschi, Präsident BWSo und Kantonsrat, trafen sich die ersten Mitglieder des Vereins Wald-Klimaschutz Schweiz zur Gründungsversammlung im Alten Spital in Solothurn. Es zeigt sich, dass der neue Verein auf Interesse in der ganzen Schweiz stösst. Neben den Vertretern von solothurnischen Waldbesitzern waren auch solche aus den Kantonen Basel, Freiburg, Graubünden, Luzern, Schwyz, Thurgau, Waadt und Wallis angereist.

Nach der Bereinigung und Genehmigung der Statuten, Reglemente und des ersten Budgets wurde Urban Brütsch (Vizedirektor WaldSchweiz) zum ersten Präsidenten gewählt. Vizepräsident wurde Mark Hunninghaus, Leiter des Forstbetriebs Bucheggberg. Den Vorstand besetzen weiter Frank Ehrsam (Nuglar, Vizepräsident BWSo), Gian-Andrea Lombris (Leiter Forstbetrieb der Bürgergemeinde Solothurn) sowie Rechtsanwalt Georges Schmid (Visp, Präsident Shweizerischer Verband der Bürgergemeinden und Korporationen). (pvd)

«Grüne Lunge» leistet aktiven Klimaschutz-Beitrag

Der Verein Wald-Klimaschutz Schweiz will der Atmosphäre langfristig Kohlendioxid (CO2) entziehen und so zum Klimaschutz beitragen. Dies kann mit reduzierten Holznutzungen durch die Bewirtschafter erfolgen und/oder mit dem Verzicht auf den Vorratsabbau an Holz. Die CO2-Projekte der Mitglieder sollen aber so angelegt sein, dass mit einer geeigneten Bewirtschaftung des Waldes sowohl der Kohlendioxid-Senkeneffekt erzielt wird, aber auch weiterhin Holz genutzt wird. Gleichzeitig sollen aber auch die Schutzfunktion des Waldes und dessen Aufgaben für die Wohlfahrt der Bevölkerung weiterhin erhalten bleiben, wird unterstrichen.

Der Verein Wald-Klimaschutz Schweiz wird nun die Projekt-Methodik zur Zertifizierung der CO2-Senkenleistung weiter entwickeln und diese bei Bedarf allenfalls anpassen. Eine zentrale Aufgabe werde dabei das Marketing und der Verkauf der CO2-Zertifikate sein, heisst es in einer Medienmitteilung des Verbandes weiter. (pvd)