Nagra-Tiefenlager
Verein Niederamt ohne Endlager: «Bericht blendet Tatsachen aus»

Der Verein Niederamt ohne Endlager zeigt sich mit dem Bericht von Nagra und Bundesamt nicht zufrieden. Laut dem Verein arbeitet der erste Zwischenbericht, trotz einzelner brauchbarer Aussagen, mit falschen Grundvoraussetzungen.

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Modell eines Atommüll-Tiefenlagers. (Symbolbild)

Modell eines Atommüll-Tiefenlagers. (Symbolbild)

HO

«Der Bericht zeigt einmal mehr auf, dass dem Vorgehen von Nagra und Bundesamt für Energie kein grosses Vertrauen entgegengebracht werden kann». Dies schreibt der Verein Niederamt ohne Endlager (NoE) in einer Stellungnahme zum am Montag publizierten erste Zwischenbericht über die Folgen von Tiefenlagern.

«Trotz einzelner brauchbarer Aussagen arbeitet der erste Zwischenbericht mit falschen Grundvoraussetzungen», so die Kritiker weiter. Der Bericht «blendet einerseits negative Entwicklungen infolge massiver Imageschäden für eine Region aus, anderseits weigert er sich immer noch, die erhobenen Daten in Relation zu der Grösse der Region oder der betroffenen Bevölkerungszahl zu setzen», moniert der Verein. Dabei könne man «nur so eine Wirkung überhaupt vergleichen».

Anzahl Betroffene berücksichtigen

Er mache «seit vier Jahren darauf aufmerksam, dass in der Region Jurasüdfuss mit über 200000 mit Abstand am meisten Menschen wohnen, die betroffen wären», hält der Verein weiter fest. Auch die Relevanz der Region im Infrastrukturbereich (Strassen- und Schienennetz) spreche dagegen, ein solches Lager mitten im Mittelland zu platzieren.

Obwohl nun also für teures Geld eine «sozioökonomische-ökologische Wirkungsstudie» verfasst werde, würden sich die zuständigen Stellen bis jetzt weigern, eine Wirkung nach offensichtlichen Kriterien anzuwenden, bedauert der Verein. «Jedem sollte doch klar sein, dass negative Auswirkungen grösser sind, je mehr Menschen betroffen sind, und umgekehrt positive Wirkungen kleiner sind, da man z.B. Abgeltungen auf mehr Empfänger verteilen müsste.»

«Nur geringe wirtschaftliche Veränderungen»

Immerhin, so hält der Verein Niederamt ohne Endlager fest, zeige «der Zwischenbericht klar auf, dass ein Tiefenlager der Region Jurasüdfuss nur «geringe wirtschaftliche Veränderungen» bringen würde.

Einmal in Betrieb, würden laut nun publiziertem Bericht nur eine geringe Anzahl Stellen geschaffen – anders wäre dies nur in der Bauphase. Da aber bei der Errichtung des Tiefenlagers vor allem spezialisierte Firmen zum Zuge kommen würden und die heutigen Vorgaben bei der Auftragsvergabe keinen regionalen Effekt erwarten lassen würden, trüge die Region Jurasüdfuss vor allem die Belastung eines gigantischen Aushubs. (szr)