Solothurn

Verein Benevol wünscht sich mehr Anerkennung für Freiwillige

Die Freiwilligen standen im Stadtcafé allen Interessierten Rede und Antwort.

Die Freiwilligen standen im Stadtcafé allen Interessierten Rede und Antwort.

Ehrenamtliche Helfer sind in allen möglichen Bereichen gefragt, auch wenn sie nur wenig sichtbar sind. Vier Freiwillige erzählen von ihrem Engagement.

Im Stadtcafé Solothurn sitzen Frauen und Männer mit Namensschildchen und warten auf ein Gegenüber. Es ist der 5. Dezember, internationaler Tag der Freiwilligen. Benevol, Fachstelle für Freiwilligenarbeit, lädt zum besonderen Speeddating: Freiwillige stellen sich und ihr Engagement vor, Interessierte können sich ungezwungen informieren.

Der Verein Benevol hat im Kanton über 70 Mitgliederorganisationen, die sich unter anderem für Betagte, Familien und Flüchtlinge, für Umwelt, Kultur und Sport einsetzen. Alle suchen Helferinnen und Helfer. «Der Bedarf ist zum Beispiel in Alters- und Pflegeheimen gross», sagt Stephanie Fuchs, Geschäftsleiterin von Benevol Solothurn. Freiwillige würden den Alltag bereichern, sie haben Zeit für Spaziergänge oder Gespräche und ermöglichen Kontakte ausserhalb des Heims.

Stephanie Fuchs. Geschäftsleiterin Benevol Solothurn

Stephanie Fuchs. Geschäftsleiterin Benevol Solothurn

Gerade im Altersbereich werde wegen der Bevölkerungs- entwicklung der Bedarf an Unterstützung wachsen. Es geht zum Beispiel um Besuchs- und Begleitdienste, die verhindern, dass Menschen vereinsamen.

Benevol berät Freiwillige sowie die Organisationen und Gemeinden, bei denen sie sich engagieren. «Die ‹Benevol Standards› sollen dafür sorgen, dass Freiwillige sorgfältig eingeführt werden, versichert sind und Wertschätzung erhalten», so Fuchs. Um Engagement zu fördern, brauche es Öffentlichkeitsarbeit und gute Freiwilligenkoordination in den Organisationen. «Die Mitfinanzierung durch die öffentliche Hand ist entscheidend, damit diese Aufgaben professionell geleistet werden können», so Fuchs. Dies findet auch neu Nationalrätin Franziska Roth, die sich mit einem Grusswort an die Freiwilligen wandte.

Iris Lemp in der Ludothek: «Leihen statt kaufen»

Iris Lemp engagiert sich in der Ludothek Solothurn.

Iris Lemp engagiert sich in der Ludothek Solothurn.

Unter den Freiwilligen war auch Iris Lemp. Seit 12 Jahren engagiert sie sich in der Ludothek Solothurn. Zwei bis drei Stunden pro Woche setzt sie ein und betreut den Spielwarenverleih, von dem rund 300 Familien pro Monat profitieren. «Wenn Kinder sich bei uns etwas aussuchen können, ist es für sie wie Weihnachten und Geburtstag zusammen – das ist das Schönste.» Auch der Umwelt-Gedanke ist Lemp sehr wichtig.

Renate Hänni hilft im Altersheim

Renate Hänni arbeitet in einer Altersheim-Cafeteria.

Renate Hänni arbeitet in einer Altersheim-Cafeteria.

Mindestens einmal pro Woche betreut Renate Hänni die Cafeteria im Altersheim in Egerkingen. Nach sieben Jahren kennt sie die Bewohner und nimmt sich gerne Zeit für ein Gespräch. «Wir werden von allen wertgeschätzt und abends, wenn ich nach Hause gehe, bin ich immer sehr zufrieden», erzählt sie.
Einen Einsatz im Altersheim kann sie jedem empfehlen. «Die Aufgaben sind sehr vielseitig, da ist für jeden etwas Passendes dabei.»

Monika Jenni engagiert sich für die Umwelt

Monika Jenni setzt sich beim WWF für die Umwelt ein.

Monika Jenni setzt sich beim WWF für die Umwelt ein.

Während ihres Mutterschaftsurlaubs suchte Monika Jenni nach einem Engagement und kam zum WWF. «Die Umwelt war schon immer mein Thema, wenn man Kinder bekommt, gibt es einem noch mehr zu denken.» Seit zwei Jahren hilft Jenni mit bei der HeSo-Koordination von WWF, bei der Planung des WWF- Auftritts und kümmert sich um das Kreative. Ihr gefällt die praktische Arbeit: «Nur in einem Vorstand zu sitzen, das wäre nicht meins.»

Manfred Grütter liefert Mahlzeiten aus

Manfred Grütter arbeitet für den Spitex Mahlzeitendienst.

Manfred Grütter arbeitet für den Spitex Mahlzeitendienst.

Gleich nach der Pensionierung fing Manfred Grütter beim Spitex-Mahlzeitendienst an. Wer nicht mehr selbst kochen kann, wird mittags von Freiwilligen beliefert. Mit seiner Frau bildet Grütter ein Team und ist achtmal pro Monat rund zwei Stunden unterwegs. «Es ist eine wertvolle und interessante Aufgabe, die Menschen sind sehr dankbar.» Grütter will so lange weitermachen, wie es geht. «Wenn ich nicht mehr fahren kann, dann als
Beifahrer.»

Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

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