Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat angekündigt, dass sie die Gewinnausschüttung an Bund und Kantone dieses Jahr verdoppeln wird. Auch der Kanton Solothurn kann so mit der wundersamen Zunahme des Geldflusses aus Bern rechnen. Entsprechend «erfreut» nimmt der Regierungsrat in einer Medienmitteilung vom zusätzlichen Geldsegen Kenntnis, der «in dieser Höhe überraschend» sei, heisst es.

Hintergrund ist die Tatsache, dass die Nationalbank im Frühling 2018 nicht nur eine, sondern gleich zwei Milliarden Franken Gewinn an Bund und Kantone weitergegeben wird. Dank der doppelten Gewinnausschüttung erhält der Kanton Solothurn mit 42,66 Millionen Franken das Doppelte der für das Jahr 2018 bereits budgetierten Summe von der Nationalbank.

Überschuss: Aus knapp wird klar

Für den Kantonsvoranschlag 2018 «bedeutet dies, dass sich der budgetierte knappe Überschuss der Erfolgsrechnung auf 24,2 Miollionen erhöht und der Überschuss aus operativer Verwaltungstätigkeit auf rund 51,5 Miollionen ansteigt», rechnet das Finanzdepartement vor. Dank des reichlicher fliessenden Nationalbank-Mannas werde der Kanton die Nettoinvestitionen stärker als angenommen durch eigene Mittel finanzieren können – nämlich zu mehr als 70 Prozent, heisst es weiter.

Der Kanton sei so zwar immer noch auf Fremdkapital angewiesen, die Neuverschuldung falle nun aber kleiner aus, als noch im letzten Dezember budgetiert. Gleichzeitig warnt die Kantonsregierung aber vor finanzpolitischem Übermut: «Trotz dieser erfreulichen Mehreinnahmen für das Jahr 2018 sieht der Regierungsrat keinen Grund, seine Sparanstrengungen zu lockern», werden schon vorsorglich alle möglichen Ausgabengelüste im Keime erstickt.

Vor einem Jahr flossen rund 32 Millionen Franken der SNB in die Solothurner Kantonskasse. Auch dies waren bereits stolze 11 Miollionen Franken mehr als im Budget 2017 vorgesehen waren.