Energiegesetz

Verbot von Elektrospeicherheizungen stösst auf energische Opposition

Die Sektion der «Aktion für eine vernünftige Energiepolitik» ist gegen ein Verbot von Elektrospeicherheizungen. (Symbolbild)

Die Sektion der «Aktion für eine vernünftige Energiepolitik» ist gegen ein Verbot von Elektrospeicherheizungen. (Symbolbild)

Der Solothurner Kantonsrat soll am Mittwoch die Revision des Energiegesetzes ablehnen. Dies fordert die Solothurner Sektion der «Aktion für eine vernünftige Energiepolitik».

«Die Aves Sektion Solothurn lehnt diese Änderung grundsätzlich ab», so dezidiert läuft die der Atomwirtschaft nahestehende Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz (Aves) gegen die Gesetzesrevision Sturm. Hauptgrund: Auch wenn in der Vorlage die Sanierungsfrist für bestehende Widerstandsheizungen bis 2035 hinausgeschoben werden solle, so bleibe letztlich das Verbot bestehen. «Ein solches Verbot lehnt die Aves vehement ab.» Gerade bei den Elektrospeicherheizungen liege «ein grosses Potenzial, um unter anderem im Winter dezentral Strom speichern zu können». Dies sei «ein riesiger Vorteil im Hinblick auf den unregelmässig anfallenden Strom aus erneuerbaren Energien».

Grundrecht auf Eigentum

Gegen die Revision werden aber noch weitere Argumente ins Feld geführt. So greife das neue Energiegesetz mit dem Zwang, bis zum 1. Januar 2035 alle bestehenden Elektroheizungen (mit oder ohne Wasserzirkulation) und alle Boiler zu ersetzen, «in gravierendem Ausmass das Privateigentum an». Das Energiegesetz des Bundes ermögliche den Kantonen zwar, Vorschriften über die Neuinstallation und den Ersatz von ortsfesten Widerstandsheizungen zu erlassen. Aber, so die Aves: «Es enthält jedoch keine Pflicht, bestehende und funktionierende Anlagen vorzeitig ausser Betrieb zu nehmen und zu ersetzen.

Für alle neuen Bauten sei diese Technik seit 1990 verboten. Für die bestehenden Wohnungen und Häuser müssten jedoch die kompletten Heizsysteme demontiert und nicht nur ein Heizkessel ersetzt werden. «Solche Massnahmen sind nicht möglich, ohne für den Grossteil der betroffenen Besitzer untragbare Kosten auszulösen.»

Mit Blick auf das Problem der Klimaerwärmung gelte es daran zu erinnern, dass die elektrische Energie, auch importiert, eine deutlich sauberere Energiequelle sei als andere. «Wie liesse sich ansonsten die Förderung von Elektromobilität, die im Übrigen auch mit Strom heizt, rechtfertigen?» Hauptanliegen der von der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren beschlossenen Energiepolitik sei immerhin, in Zukunft den Konsum von fossiler Energie massiv zu reduzieren.

«Umstellung wird erschwert»

Ein grosses, weitgehend ungelöstes Problem bei der Umstellung auf erneuerbare Energien bestehe darin, die unregelmässig anfallende Stromproduktion, insbesondere von Photovoltaik- und Windkraftanlagen, mit dem regelmässig anfallenden Bedarf abzugleichen. Viele Möglichkeiten dazu seien «entweder technisch unausgereift, teuer oder mit sekundären schädlichen Umweltfolgen behaftet». Eine vergleichsweise einfache Möglichkeit bestehe in der Speicherung von elektrischer Energie als Wärme. «Das ist unter anderem über Elektroheizungen möglich», schreibt die Aves. (szr)

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