Verband der Kleinheime Solothurn

Verband informiert über den Umgang mit Sexualität in Heimen

Für den Verein ist es wichtig, das Thema auch im Heim anzusprechen.

Für den Verein ist es wichtig, das Thema auch im Heim anzusprechen.

Der Verband der Kleinheime Kanton Solothurn KiJub (Kinder und Jugendbetreuung) hat kürzlich eine gemeinsame Weiterbildung zum Thema «Umgang mit Sexualität im Heimkontext» organisiert.

Der Verband der Kleinheime Kanton Solothurn KiJub (Kinder und Jugendbetreuung) ist seit 2006 darum bemüht, die Betreuungsarbeit in den verschiedenen Institutionen zu hinterfragen und zu optimieren. Die Mitglieder treffen sich viermal im Jahr zum gemeinsamen Austausch. Mit institutionsübergreifenden Weiterbildungen (Umgang mit neuen Medien, Umgang mit Sexualität et cetera) unterstützt man sich gegenseitig.

Charta gegen sexuellen Missbrauch

Immer wieder hört man in Einzelfällen von sexuellen Übergriffen in öffentlichen Institutionen. Kürzlich stand in der Schweiz ein pädophiler Betreuer vor Gericht, der über Jahrzehnte geistig Behinderte missbrauchte.

Der Kijub hat die Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen («Wir schauen hin») mitunterzeichnet. Die angeschlossenen Institutionen haben Sexualkonzepte, in denen ihr Umgang mit Sexualität formuliert ist. Bei Anstellungen wird darauf geachtet, dass Strafregisterauszüge vorgelegt werden. So kann Missbräuchen und Übergriffen vorgebeugt werden.

45 Sozialpädagogen aus allen neun Institutionen der Kijub nahmen an der gemeinsamen Weiterbildung «Umgang mit Sexualität im Heimkontext» teil. Als Referenten führten die beiden Sexualpädagogen Simone Spätig und Michael Recher die Teilnehmenden in die sensible Thematik ein. Diese erhielten Grundlagen in der psychosexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. In Gruppenarbeiten tauschten sie viele praktische Beispiele mit Grenzerfahrungen aus dem Heimalltag aus.

«Natürliche Gespräche» über Sex

Die Ausführungen der Sexualpädagogin Simone Spätig machten deutlich, dass das offene, natürliche Gespräch über Sex den Umgang und die Haltung der anvertrauten Kinder und Jugendlichen am nachhaltigsten beeinflusst. Dabei sollte der Fokus trotz schwierigen Lebensumständen und «Rucksäcken» auf die gesunden Anteile und Ressourcen unserer Kinder und Jugendlichen gelegt werden.

Beim Thema «Missbrauch» wurde deutlich, dass der transparente Umgang mit einem klaren Informationskonzept, das alle Betroffenen (Kinder, Eltern, Behörden, usw.) mit einschliesst, der beste Weg ist. Ein sachbezogenes Vorgehen mit den Fakten im Missbrauchsfall und die Unterstützung von Fachstellen führen zu unaufgeregten und nachhaltigen Lösungen.

Den für die Heime Zuständigen ist bewusst, dass alle Professionalität, mit Strukturen und Konzepten, nicht verhindern können, dass Grenzüberschreitungen vorkommen. Die Weiterbildung sollte dazu beigetragen haben, das Bewusstsein zu schärfen und kreativ mit schwierigen Themen umzugehen. (mgt)

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