Aktionstage Psychische Gesundheit
Veranstaltungsreihe für Steigerung des Wohlbefindens – drei Firmen für Sozialpreis nominiert

Vom 25. Oktober bis 8. November 2017 finden die 9. Aktionstage Psychische Gesundheit im Kanton Solothurn statt. Bekannt sind nun auch die Firmen, die für den Solothurner Sozialstern nominiert sind.

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«Eine psychische Erkrankung ist keine Einbahnstrasse», sagt OK-Mitglied Manuela Meneghini.

«Eine psychische Erkrankung ist keine Einbahnstrasse», sagt OK-Mitglied Manuela Meneghini.

Keystone

Es ist paradox. Obschon in der Schweiz nahezu jeder zweite Mensch im Verlauf des Lebens einmal an einer klinisch relevanten, behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung leidet, ist das Thema nach wie vor mit vielen Tabus behaftet.

Die Aktionstage Psychische Gesundheit im Kanton Solothurn tragen während zweier Wochen zum neunten Mal dazu bei, das zu ändern: An mehreren Orten finden ab Mittwoch, 25. Oktober 2017, insgesamt 16 Anlässe statt, die das ernste Thema in Referaten, Diskussionen, Workshops, Filmvorführungen oder Lesungen facettenreich und lustvoll aufgreifen.

Chancen packen

Besonderen Wert legt das Organisationsteam auf die Ressourcen von Menschen. «Eine psychische Erkrankung ist keine Einbahnstrasse. Sie endet mitnichten tragisch, wie man angesichts der vielen negativen Meldungen in Medien vielleicht denken mag», wird OK-Mitglied Manuela Meneghini in einer Mitteilung zitiert. «Nebst all jenen, die dank Achtsamkeit gesund bleiben, gibt es zahlreiche Beispiele von Personen, die ihr Leben nach einem Rückschlag wieder in den Griff gekriegt haben. Oder von psychisch erkrankten Menschen, die gelernt haben, damit umzugehen und Chancen zu packen.»

Philipp Gurt etwa, der in mehreren Institutionen aufgewachsen ist, in denen Übergriffe den Alltag prägten. Barbara Miller hat seinen Weg aus der Hölle in ein besseres Leben dokumentarisch verfilmt. «Vom Schattenkind zum Erfolgsautor» wird an den Aktionstagen am Sonntag, 29. Oktober, gezeigt. Via Skype schildert Philipp Gurt im Anschluss an den Film seine ganz eigene Sicht der Dinge.

Oder Silvia Aeschbach, die mit 17 Jahren ihre erste Angstattacke durchmachte. Es sollte nicht die einzige bleiben. Nach der Lesung aus ihrem Buch «Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld» erzählt die Journalistin und Autorin an den Aktionstagen, was für eine Erlösung es war, als sie endlich eine Diagnose und einen Namen für ihre Krankheit erhielt, wie sie mit ihrer Angststörung leben lernte und gar an ihr wachsen konnte (Dienstag, 31. Oktober).

Heidi Schenker wiederum litt einst jahrelang an ihren Essstörungen. Sie hat einen Weg gefunden und unterstützt mit ihrer Erfahrung heute andere Betroffene. Wie, das erörtert sie an den Aktionstagen zusammen mit einer Expertin und einer Angehörigen in einem Trialog, der hoffentlich Schule macht (Montag, 30. Oktober).

Gesund bleiben

Wie Menschen es schaffen, psychisch gesund zu bleiben, wird an den diesjährigen Aktionstagen ebenso thematisiert. Für Eltern respektive Bezugspersonen von Jugendlichen, die in einer schwierigen Phase stecken, ist der Anlass am Samstag, 28. Oktober, interessant. In Referaten greifen Fachleute auf, welche Angebote es gibt, die dabei unterstützen, sich zu orientieren, Hilfe zu holen und Ressourcen zu stärken. An ältere Menschen richtet sich am Dienstag, 7. November, der Anlass «Altern macht Spass – aber nicht ohne Gebrauchsanweisung» mit der bekannten Autorin Federica de Cesco.

Weitere Aktionstage-Veranstaltungen greifen Themen wie Glücklichsein, Borderline, Wertschätzung, Social Media, Alkoholabhängigkeit, Schönheitswahn, ADHS oder Traumata auf.

Engagement belohnen

Die Aktionstage enden am Mittwoch, 8. November, feierlich: mit der Verleihung des 8. Solothurner Sozialsterns, der Auszeichnung für sozial engagierte Unternehmen. Folgende Firmen sind nominiert:

  • Aeschlimann AG, Lüsslingen
  • Härterei Gerster AG, Egerkingen
  • IMMO-11, Stocker & Haldemann, Solothurn

Den Preis übergibt Regierungsrätin Susanne Schaffner, Vorsteherin Departement des Innern.

Kanton Solothurn als Vorbild

Der Eintritt zu den Anlässen ist frei, das Publikum hat stets die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen. Die Veranstaltungsreihe richtet sich nicht nur an Fachleute, Betroffene und Angehörige, sondern an alle. Psychische Gesundheit geht jede und jeden an.

Die Aktionstage Psychische Gesundheit im Kanton Solothurn waren die Ersten ihrer Art in der Schweiz. Mittlerweile werden ähnliche Veranstaltungsreihen auch in den Kantonen Bern, Basel-Stadt und Aargau durchgeführt. Die Aktionstage sind Teil des Programmes Ernährung, Bewegung und psychische Gesundheit, das der Kanton Solothurn in Zusammenarbeit mit Gesundheitsförderung Schweiz durchführt. Präsentiert werden sie von den folgenden vier Organisationen: Amt für soziale Sicherheit Kanton Solothurn (Fachstelle Prävention und Gesundheitsförderung), Psychiatrische Dienste der Solothurner Spitäler soH, Solodaris Stiftung, Pro Infirmis Aargau-Solothurn. (mgt)